Arthrose im Daumen: Mit einer „Greifhilfe“ bekommen Sie das Problem in den Griff
unseren Experten des Mayo Clinic Gesundheits-Brief in Täglich Gesund zum Thema Arthrose
vom 10.07.2007 16:00 Uhr
GNL5356
Tag für Tag wiederholt sich das Gleiche. Sie stecken den Autoschlüssel ins Zündschloss oder wollen Ihr Hemd zuknöpfen und verspüren plötzlich einen starken Schmerz im Daumen. Schmerzen im Daumen, die immer dann auftreten, wenn Sie versuchen, etwas zusammenzudrücken oder zu greifen, rühren häufig von einer Arthrose im Gelenk des Daumens. Der Fachbegriff für dieses Gelenk zwischen Handwurzel- und Mittelhandknochen ist Metakarpalgelenk (Articulatio intermetacarpales). Dieses Gelenk gibt dem Daumen seine große Bewegungsfreiheit. Eine Arthrose im Daumengelenk tritt typischerweise erst bei Menschen über 40 Jahren auf. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
Was können Sie tun, wenn die Polsterung im Gelenk dünner wird?
Das Daumenwurzelgelenk wird von einem kleinen Knochen, dem großen Vieleckbein (Os trapezoideum) und dem langen Mittelhandknochen des Daumens (Os metacarpi I) gebildet. Wenn sich der Knorpel, der die Enden dieser Knochen bedeckt, langsam abnutzt, entsteht eine Arthrose.
Anfangs verspüren Sie vielleicht leichte Schmerzen, wenn Sie nach etwas greifen oder etwas zusammendrücken. Vielleicht beobachten Sie auch eine Schwellung an der Daumenbasis und die Haut über dem Gelenk fühlt sich bei Berührung warm oder empfindlich an. Wenn sich der Zustand verschlechtert, werden die Schmerzen möglicherweise stärker und Sie verlieren an Kraft in diesem Gelenk. Das macht es schwierig für Sie, Gegenstände festzuhalten. An der Daumenbasis kann sich eine knöcherne Verformung bilden und sie spüren oder hören bei jeder Bewegung des Daumens ein Krachen, Klicken oder ein dumpfes Geräusch. Ein Physiotherapeut kann Ihnen beibringen, wie Sie Ihr Daumengelenk vor weiterem Schaden schützen können. Folgende Maßnahmen kommen in Frage:
- Ruhe – Vermeiden Sie schmerzvolle Aktivitäten, wann immer es geht.
- Hitze und Kälte – 15- bis 20-minütige Hitze- oder Kälteanwendungen können die Schmerzen lindern.
- Schmerzlindernde Mittel – Acetylsalicylsäure (ASS, z. B. Aspirin®), Ibuprofen, Naproxen, oder verschreibungspflichtige Medikamente dieses Typs können die Entzündung und die Schwellung vermindern, die mit den Schmerzen einhergehen. Paracetamol kann auch die Schmerzen lindern, hat aber nur wenig Einfluss auf die Entzündung.
- Schiene – Eine Schiene, die die Bewegungsfreiheit einschränkt, kann die Schmerzen reduzieren und dem Gelenk die Möglichkeit zur Heilung geben. Die Schmerzlinderung kann genau so groß sein, wie durch die Einnahme von Medikamenten.
- Hilfsmittel – Hilfsmittel für den Haushalt, die das Handgelenk unterstützen und schützen, können dazu beitragen, weiteren Schaden zu verhindern und die Schmerzen zu reduzieren. Dazu gehören Küchengeräte mit dicken Gummigriffen, die mit weniger Kraftaufwand gepackt werden können (zu finden z. B. in Sanitätshäusern). Oder große aufsteckbare Schaumgummigriffe, die es Ihnen leichter machen, eine Zahnbürste, Haarbürste oder einen Stift zum Schreiben zu halten.
- Kortisonspritze – Einige Ärzte empfehlen Kortisoninjektionen, um die Schmerzen zu lindern und die Entzündung zu mindern. Die Erleichterung, die diese Spritzen bringen, sind möglicherweise nur von kurzer Dauer, gelegentlich aber auch langanhaltend. Im Allgemeinen müssen bis zu 3 Injektionen über einen Zeitraum von 6 bis 12 Monaten verabreicht werden.
Rekonstruktion des Gelenks
Wenn konservative Methoden nicht mehr helfen oder die Arthrose sehr schwerwiegend ist, kann eine Operation notwendig werden. Sie soll die Schmerzen beseitigen und damit den Daumen wieder einsatzfähiger machen. Es gibt verschiedene Operationsmethoden. Eine gängige Technik ist es, ein Stück des Gelenks zu entfernen, um es dann mit einer Sehne des Unterarms zu rekonstruieren. Dabei wird das Vieleckbein in der Handwurzel entnommen und die entstehende Lücke durch die aufgerollte Unterarmsehne ausgefüllt. Ein Teil dieser Sehne trägt dazu bei, die Unterlage des Mittelhandknochens zu stabilisieren und das Gelenk auszupolstern. Bei einer anderen Technik werden die Knochen versteift. Allerdings wird dabei die Beweglichkeit eingeschränkt. Nach der Operation wird der Daumen normalerweise geschient oder eingegipst. Die Genesung dauert im Allgemeinen 3 bis 6 Monate. Ihr Arzt kann Ihnen Übungen zur Stärkung der Handmuskulatur empfehlen. Eine rekonstruierende Operation kann die Schmerzen deutlich lindern, aber sie kann aus dem alten Gelenk kein neues machen. Es kann sein, dass Sie an Kraft verlieren und durch die Operation kann das Aussehen der Daumenwurzel verändert werden.