Arthritis-Patienten bewegen sich oft viel zu wenig
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund zum Thema Arthritis
vom 15. August 2011, 16:00 Uhr
GNL5356
„Wer rastet, der rostet" - dieser Spruch ist zwar sehr „ausgelutscht", aber dennoch wahr. Unterstrichen wird er zum Beispiel von einer neuen Studie zum Thema „Arthritis". Bekannt ist, dass regelmäßige Bewegung die Schmerzen, die bei dieser chronischen Gelenkentzündung entstehen, deutlich lindern kann. Zudem können die betroffenen Gelenke wieder besser benutzt werden, weitere Beschwerden werden deutlich hinausgezögert.
Den Forschern der Northwestern University kam es darauf an, herauszufinden, wie viel sich Arthritis-Patienten tatsächlich bewegen und so dazu beitragen, ihre Schmerzen zu lindern. Bisher wurden solche Untersuchungen so durchgeführt, dass sich die Wissenschaftler immer auf die Aussagen der Teilnehmer verlassen mussten. In diesem Fall aber trugen über 1.000 Teilnehmer einen so genannten Beschleunigungssensor, der die körperliche Belastung eine Woche lang maß. Alle Teilnehmer waren zwischen 50 und 85 Jahren alt und hatten chronische Arthritis im Kniegelenk.
Die Forscher waren schon im Vorfeld davon ausgegangen, dass die Erkrankten bei früheren Studien übertrieben hatten, was die Intensität ihrer Bewegung anging. Das tatsächliche Studienergebnis war erschreckend: Obwohl Bewegung die Erkrankung so deutlich verbessern kann, verzichten mehr als 50 Prozent der erkrankten Frauen und 40 Prozent der betroffenen Männer auf jeden überflüssigen Schritt. Sie bewegten sich nicht einmal zehn Minuten pro Woche mit schnellerem Schritt - und trugen so dazu bei, dass sich ihre Schmerzen und ihre Bewegungsfähigkeit stark verschlechtern.