Arthritis: Ein neuer Wirkstoff kann den Krankheitsverlauf stoppen
Dr. Ulrich Fricke in Täglich Gesund zum Thema Arthritis
vom 20. Juni 2011, 16:00 Uhr
GNL5356
In Deutschland leidet etwa eine Million Menschen an einer rheumatoiden Arthritis. Kennzeichen der Erkrankung sind Schmerzen, Schwellungen und Entzündungen in den Gelenken - vor allem in den Fingern und im Handgelenk. Die Arthritis zählt zu den so genannten Autoimmunkrankheiten. Bei ihnen richtet sich das überaktive Abwehrsystem gegen körpereigenes Gewebe. Um die Entzündung und das überschießende Immunsystem einzudämmen, steht heute eine Reihe verschiedener Medikamente zur Verfügung. Die modernsten sind die so genannten Biologicals, zu denen auch der neue Wirkstoff Golimumab gehört.
Diese immunhemmenden Wirkstoffe werden bei Arthritis eingesetzt:
- Methotrexat
- Ciclosporin
- Leflunomid
- Azathioprin
- Kortison
- „Biologicals"
Die Biologicals sind gentechnisch hergestellte Eiweißsubstanzen, die per Infusion oder Spritze verabreicht werden. Sie blockieren Botenstoffe des Immunsystems, z. B. den so genannten Tumornekrose-Faktor alpha (TNF-alpha). Entzündungsprozesse, die die Rheumabeschwerden aufrechterhalten, werden so gestoppt.
Mit dem neuen Wirkstoff reduzieren sich die Schmerzen um 50 %
Seit november 2009 ist in Deutschland ein neuer TnF-alpha-Hemmer auf dem Markt: Golimumab (Handelsname: Simponi®). Sein großer Vorteil gegenüber den älteren Biologicals: Golimumab wird lediglich einmal pro Monat gespritzt. Die meisten anderen Substanzen dieser Wirkstoffklasse müssen entweder täglich oder ein- bis zweimal wöchentlich gegeben werden.
Seine Wirksamkeit konnte das neue Biological in verschiedenen Zulassungsstudien unter Beweis stellen. So erhielten z. B. im Jahr 2009 unter Federführung der universität von Kalifornien in San Diego/uSA 296 Arthritis-Patienten Golimumab, 113 Probanden wurde hingegen ein wirkungsloses Kontrollpräparat (Placebo) gespritzt. nach 14 Wochen zeigten 48 % der Golimumab-Patienten einen Rückgang der Symptome. Die Zahl der geschwollenen und der schmerzhaften Gelenke nahm ab. In Kontrollgruppe war dies lediglich bei 9 % der Fall.
Der Einsatz sollte stets gut überlegt und begründet sein
Trotz dieser positiven Ergebnisse sollten Sie als Arthritis-Patient den Einsatz des neuen Biologicals mit Ihrem Arzt kritisch abwägen. Generell sind die Wirkstoffe vor allem dann geeignet, wenn die üblichen Medikamente allein nicht den erwünschten Erfolg bringen. Außerdem gibt es eine Reihe von möglichen gravierenden Nebenwirkungen.
In der Diskussion ist beispielsweise, ob Biologicals wegen ihrer immunhemmenden Wirkung eventuell das Risiko für bösartige Tumore (z. B. Hautkrebs, Tumore des Lymphgewebes) leicht erhöhen können. Sicher nachgewiesen ist das jedoch bisher nicht.
Diese Nebenwirkungen können bei Biologicals auftreten:
- bakterielle und virale Infektionen
- Reaktivierung von Tuberkulosen
- allergische Reaktionen (z. B. Hautausschlag)
- Anstieg der Leber- und Blutfettwerte
- Erhöhung des Blutdrucks
Andererseits gelingt es seit Einführung der TnF-alpha-Blocker den Ärzten immer häufiger, auch bei früher „hoffnungslosen" Fällen Schmerzen und Entzündungen zurückzudrängen. Die Therapie mit Biologicals kostet oft mehrere tausend Euro pro Jahr, die jedoch bei entsprechender ärztlicher Begründung von den Krankenkassen übernommen werden.
Unser Fazit: TnF-alpha-Blocker sind hoch effektive Medikamente, die Ihr Arzt jedoch wegen fehlender Langzeiterfahrungen und möglicher Nebenwirkungen nur nach sorgfältiger Abwägung der Vor- und nachteile einsetzen sollte. Sprechen Sie Ihren Arzt auf den neuen Wirkstoff an. Er ist nicht nur einfacher in der Anwendung, sondern war in Studien auch bei Patienten wirksam, bei denen andere TnF-alpha-Blocker versagt hatten. _
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Johann Niedermayer (21.06. 2011 13:28 Uhr):
In einer Auflistung von Symptomen, welche ein Hinweis für Übersäuerung des Organismus sind, war neben zahlreichen anderen auch der Punkt „autoimmune Unregelmäßigkeiten“ enthalten. Es könnte also sein, dass Freiheit von Rheuma und anderen Krankheiten viel billiger und vor allem nebenwirkungsfrei zu haben ist.
Antworten - Kommentar von Hans Fischer (21.06. 2011 18:06 Uhr):
Viele bakterielle Infektionen könnten mit den efektiven Mikroorganismen erfolgreich bekämpft werden. Die E M Bakterien in ihrer positiven Zusammensetzung wurden von Prof. Teruo Higa entdeckt. Sich mit diesem Thema zu befassen lohnt sich, ist für Mensch, Tier und Pflanzen von großem Vorteil.
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