Antikörper-Therapie sehr erfolgreich bei EHEC-Sonderform HUS
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund
vom 16. November 2011, 16:00 Uhr
GNL5356
Die EHEC-Welle ist nun schon fast ein halbes Jahr her - und langsam aber sicher wieder in Vergessenheit geraten. Zumindest bei uns „Normalbürgern". Für die Wissenschaft ist dieser Erreger immer noch ein Thema; am Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf zum Beispiel haben Forscher in der letzten Zeit eine Studie mit Patienten durchgeführt, die an der Sonderform HUS (Hämolytisch Urämisches Syndrom) erkrankt waren. Sie stellten fest, dass eine so genannte Antikörper-Therapie gute Behandlungsmöglichkeiten verspricht.
Bei der EHEC-Form, die bei diesen Patienten vorlag, wird von den Bakterien ein Giftstoff produziert, der zu starken und gesundheitsgefährlichen Entzündungen führen kann. Die Patienten erhielten den Antikörper Eculizumab. Dieser habe eine deutliche Verbesserung erbracht - selbst bei Patienten, die im Koma lagen. Diese kamen wieder zu Bewusstsein und die Behandlung auf der Intensivstation konnte beendet werden.
Auch die Anzahl der Blutplättchen, die bei vielen Patienten stark herabgesetzt gewesen sei, stieg innerhalb von acht Wochen nach Beginn der Therapie wieder an, wenn der Antikörper eingesetzt worden sei. Damit war diese Methode sogar deutlich erfolgreicher als ein Blutplasma-Tausch.
Die Wissenschaftler gehen stark davon aus, dass all diese Erfolge mit der Behandlung durch den Antikörper zusammenhängen. Dadurch, dass die Testgruppe mit 150 Patienten sehr klein war, lässt sich dies natürlich nicht hundertprozentig beweisen. Für eine größere Untersuchung müssen die Forscher aber, so traurig dies klingt, erst die nächste EHEC-Welle abwarten.