Antibiotika sind häufig stumpfe Waffen
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 11. Mai 2010, 06:00 Uhr
GNL5356
Die Diskussion über die Krankenhauskeime hat bei Ihnen zu vielen Kommentaren geführt. Der Kampf gegen bakterielle Infektionen wie den Krankenhausinfektionen wird von der Öffentlichkeit weitgehend unterschätzt. Ein wesentlicher Grund des Dilemmas aus Sicht der Schulmedizin: Viele Krankheitskeime reagieren nicht mehr auf Antibiotika. Denn diese werden bislang zu oft verschrieben und häufig in falscher Dosierung eingenommen. Dabei sind sie zunächst einmal für sich genommen ein Segen für die Menschheit, denn sie bekämpfen wirksam noch immer wirklich lebensbedrohliche Erkrankungen wie Kindbettfieber, Lungenentzündungen oder Wundbrand. Doch ein bedenkenloser Einsatz der Medikamente führt dazu, dass sie wirkungslos werden, weil sich die Krankheitserreger an ihre Umgebung anpassen. Schuld daran sind die Verschreibungsgewohnheiten der meisten Allgemeinmediziner und Internisten, denen Kritiker beschönigend „Wissensdefizite" nachsagen. Die Antibiotika stehen auf Platz drei der am häufigsten verordneten Medikamente.
Der Einsatz der Antibiotika ist oft gar nicht notwendig, sondern sogar nutzlos. Denn sie wirken nur gegen Bakterien, nicht aber gegen Viren, gegen die sie aber häufig eingesetzt werden. Der Verschreibung geht in den meisten Fällen keine ordentliche Diagnose voraus, es wird quasi auf Verdacht verordnet. Häufig werden auch andere Mittel und Methoden nicht genügend berücksichtigt, die jedoch wesentlich besser helfen. Studien haben ergeben, dass der Einsatz von Antibiotika bei Atemwegsinfektionen wie akuter Bronchitis, akuter Nasennebenhöhlenentzündung, bei Halsschmerzen, Husten oder Schnupfen sowie allgemeinen Erkältungssymptomen nicht angezeigt ist, denn sie werden zu 80 Prozent durch Viren verursacht. Damit bleibt der Einsatz von Antibiotika wirkungslos.
Die Fähigkeit, gegen alle möglichen Angriffe immun zu werden, ist eine wichtige Schutzmaßnahme aller Lebewesen. Leider können auch Krankheitserreger sich auf diese Weise gegen Feinde schützen. Bakterien werden gegen ein bestimmtes Antibiotikum immun und widerstandsfähig - resistent - und können von dem Medikament nicht mehr abgetötet werden. Das heißt, die Antibiotika kämpfen mit stumpfen Waffen. Je häufiger die Antibiotika eingesetzt werden, umso schneller entwickeln sich solche widerstandsfähigen Krankheitserreger. Deshalb ist es so wichtig, die Erreger gleich beim ersten großen Angriff zu erledigen. Diese dürfen keine Zeit bekommen, eine Resistenz aufzubauen. Aus diesem Grund ist es auch so gefährlich, eine Antibiotika-Therapie frühzeitig abzubrechen, nur weil die Symptome der Erkrankung aufgehört haben. Denn Sie haben dann immer noch Krankheitserreger im Körper, die eine Resistenz entwickeln können.
Allerdings sind auch die Patienten nicht immer ganz unschuldig an der Misere. Sie sollten den Arzt immer fragen, ob bei Ihren Beschwerden tatsächlich unbedingt ein Antibiotikum eingesetzt werden muss. Viele Ärzte stellen nämlich ein Rezept aus, weil sie glauben, dass der Patient so etwas verschrieben haben möchte.
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Wolfgang Storch (11.05. 2010 11:03 Uhr):
Vielen Dank für Ihren Artikel. Es ist leider so, dass sich die Resistenz pathogener Keime gegenüber Antiobiotika bei allen Lebewesen ausbreitet. Es scheint so zu sein, dass derzeitig nur Chlordioxid, das ist kein Chlor, keine Resistenzen bei Bakterien, Viren Protozoien hervorruft. Seit der Entdeckung von Chlordioxid vor 100 Jahren gibt es keine Berichte, die auf eine Resistenz der pathogenen Keime gegenüber Chlordioxid hinweisen. Die Nachrichten über Chlordioxid werden sorgsam der Öffentlichkeit vorenthalten. Einige Zusammenhänge habe ich auf den Seiten www.malaria-hilfe.de veröffentlicht. W. Storch
Antworten - Kommentar von Wiedemann (11.05. 2010 14:40 Uhr):
Wenn ich das alles lese bekomme ich Gänsehaut. Wie sorglos gehen auch Mediziner mit der Gesundheit der Ihnen anvertrauten Patienten um. Es gibt ein Sprichwort - gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen. Das zeigt wie genial die Natur ist und wenn der Mensch denkt, daß er dieses wunderbare System aushebeln kann, dann ist das sehr überheblich. Es gibt Pflanzen die die Funktion der antibiotischen Wirkung übernehmen mit dem gr0ßen Vorteil, daß es dagegen keine Resistenz gibt. Leider kann man damit kein Geld verdienen und die Patienten leiden nicht genug. Die Krankenkassen könnten drastisch entlastet werden, wenn man sich darauf besinnt, daß wir ein Teil der Natur sind, demzufolge auch mit diesen Mitteln am Besten geheilt werden könnten und zwar mit wesentlich weniger Nebenwirkungen. Das verstehe ich unter Humanmedizin. Man verschreibt zwar schnell und gern Medikamente, sagt aber nichts wie ich meinen Körper entgiften kann, wie eine gesunde Ernährung aussieht, um das Immunsystem zu stärken. Das ist aber nicht notwendig, wenn man Pillen hat!!!!! Wie kann ich meinen Körper in Balance halten - Basen/Säureverhältnis. Es wird Zeit, daß krankmachende Zusätze und Geschmacksverstärker, wie beispielsw. Aspartam aus Lebensmitteln verbannt werden. Ich bin traurig und frustriert, wenn ich sehe wie schon ganz kleine Menschlein unter diesen Dingen leiden. Wenn man das Zappelphillip Syndrom mit psychopharmaka behandelt, damit sie in Schule und Kindergarten gehen dürfen. Man weiß heutzutage, daß Ammokläufer damit behandelt wurden. Haben wir keine humanere Möglichkeit, diesen Kindern zu helfen, z.B. über eine ausgewogene Ernährung??? Du bist, was Du isst. MfG Lilo
Antworten - Kommentar von Dieter Schwanemann (28.05. 2010 17:24 Uhr):
Die beste Möglichkeit, um dieses Dilemma beseitigen zu können, ist, dass alle behandelnden Ärzte womöglich wieder einmal die Schulbank drücken sollten, damit sie lernen, wann, wie und wo Antibiotika zu verschreiben sind und wann nicht. Eigentlich eine ganz einfache Angelegenheit.
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