Angst vor Alzheimer-Diagnose gefährdet Therapieerfolg
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund zum Thema Alzheimer
vom 20. Dezember 2011, 16:00 Uhr
GNL5356
Angst vor der Diagnose Alzheimer - das ist der Grund, warum sowohl Patienten als auch Angehörige bestimmte Demenzsymptome ignorieren. Gedächtnisstörungen werden als harmloses Vergessen abgetan. Immerhin vergessen viele Menschen schon mal den Schlüssel oder aber stehen vorm Supermarktregal und fragen sich, was sie hier noch gleich wollten.
Natürlich sind solche Gedächtnislücken nicht immer gleich ein Zeichen einer Demenzerkrankung. Doch je älter die Betroffenen sind und je häufiger diese Gedächtnisaussetzer vorkommen, kann es sich durchaus um Anzeichen einer Demenzerkrankung handeln - die häufigste dieser ist dann eben die Alzheimer-Demenz.
Grundsätzlich sind Experten der Meinung, dass sich das Demenz-Risiko ab 65 Jahre alle fünf Jahre verdoppelt. Menschen, die über 65 Jahre alt sind und verstärkt Gedächtnisaussetzer wahrnehmen, sollten daher einen Spezialisten aufsuchen. Leider aber werden die Betroffenen von der Angst vor der Diagnose beherrscht. Sie gehen daher erst sehr spät zum Arzt, vorher wird die Vergesslichkeit als Alterserscheinung" bezeichnet.
Auch wenn die Demenzerkrankungen nicht heilbar und ein solches Verhalten verständlich ist, verschenken die Betroffenen hier wertvolle Zeit. Denn wenn bei einer Demenzerkrankung frühzeitig therapiert wird, kann die Erkrankung um bis zu zwei Jahre verzögert werden.
Das bedeutet auch, dass eine frühzeitig begonnene Therapie deutlich länger ein eigenständiges Leben garantiert. Alleine dies sollte Grund genug für Betroffene und Angehörige sein, schon bei den ersten Demenz-Anzeichen den Arzt aufzusuchen.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Dijaffo (20.12. 2011 16:44 Uhr):
gibt es stanardisierte Verfahren für den Arzt, so dass er eindeutig feststellen kann, es liegt Demenz vor?
Antworten - Kommentar von Johann Niedermayer (20.12. 2011 18:16 Uhr):
Sagen also die Experten. Auf welche Weise wurde den eigentlich überprüft, dass durch eine Behandlung die Krankheit um bis zu 2 Jahre verzögert wird? Es ist kaum eine Krankheit heilbar, aber das hindert einen Arzt niemals zu sagen, dass man lieber früher als später einen Arzt aufsuchen sollte. Warum ist das - wo ja eh nichts zu machen ist - so wichtig?
Antworten- Antwort von GerdKulle (21.12. 2011 16:29 Uhr):
Eine interessante Fragestellung mit einer hoffentlich glaubwürdgen Beantwortung.
- Antwort von GerdKulle (21.12. 2011 16:29 Uhr):
- Kommentar von Rentner (21.12. 2011 21:25 Uhr):
das macht mir alles große angst , ich war schon immer sehr vergesslich, bei den älteren geht es doch meistens nur um das gute geld für die pflegestufe und es ist ja auch manchmal von vorteil wenn mann vieles vergißt was nicht so optimal war im leben , die menschheit wird in diese krankheiten richtig rein getrieben ???
Antworten - Kommentar von Irene Decker (22.12. 2011 13:04 Uhr):
Das einzige, das mein Interesse an einer Frühdiagnose wecken würde, wäre die Möglichkeit, rechtzeitig mein Leben zu beenden. Aber wegen des BÄK-unsinns könnte ich entsprechende Massnahmen nicht mit meinem Arzt besprechen; also kann ich erst recht nicht riskieren an einem rechtzeitigen Ende gehindert zu werden.
Antworten - Kommentar von Alexander Schmidt (22.12. 2011 17:00 Uhr):
Die Mitteilung ist genug interessant, aber Verzeihung, Frau Doktor, nennen Sie bitte den Spezialist,der diese Krankheit behandelt und ob die Krankenkasse diese Behandlung bezahlt?
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