Alzheimer-Pflege: Gestehen Sie sich selbst Freiräume zu
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell zum Thema Alzheimer
vom 24. September 2009, 06:00 Uhr
GNL5356
kein Mensch kann rund um die Uhr ausschließlich für einen anderen da sein, ohne sich dabei restlos zu verausgaben. Sorgen Sie deshalb von Anfang für Entlastung, wenn Sie einen Alzheimer-Patienten oder einen anderen schwerkranken Menschen zu versorgen haben.
Diese Maßnahmen können Ihnen den Rücken freihalten:
- Lassen Sie es zu, dass andere Sie unterstützen.
- Reden Sie mit anderen über Ihre Situation - mit Fachleuten, Familie und Freunden.
- Entspannen Sie sich einmal am Tag gezielt oder tun Sie etwas, was Ihnen besondere Freude bereitet.
- Geben Sie Ihr soziales Netz nicht auf.
- Gehen Sie in eine Selbsthilfegruppe und tauschen Sie sich mit Leidensgenossen aus.
- Erleichtern Sie sich das Leben, wo immer Sie es können - sei es durch Lieferdienste von Geschäften oder "Essen auf Rädern".
- Besuchsdienste der Sozialstationen ermöglichen Ihnen freie Nachmittage.
- Ambulante Pflegedienste nehmen Ihnen Pflegeverrichtungen ab, die Ihnen schwer fallen.
- Teilstationäre Pflege, bei der der Demenzkranke tagsüber oder nachts in einer Einrichtung betreut wird, bringt Ihnen eine große Entlastung.
- Die stationäre Kurzzeitpflege ermöglicht Ihnen freie Wochenenden und Urlaub.
- Lassen Sie sich von Profis oder in einem Pflegeseminar zeigen, wie Sie mit der erkrankten Person richtig umgehen. So können Sie einerseits Ihre eigenen Kräfte besser einschätzen, wissen aber auch, wie Sie sich in prekären Situationen am besten verhalten.
- Falls Sie ein erkranktes Elternteil betreuen, übernehmen Sie nicht selbstverständlich innerhalb der Familie die alleinige Verantwortung. Entlassen Sie vor allem Ihre Ge¬schwis¬ter nicht aus der Sorge für die Eltern.
- Bewegen Sie sich regelmäßig und gehen Sie einmal am Tag mindestens für eine Viertelstunde an die frische Luft
- Suchen Sie sich Entlastung, wo es nur geht. Hilfe bekommen Sie bei Krankenkassen, Sozialdiensten, Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände und bei Seniorenbüros. Hier berät man Sie auch über die anfallenden Kosten und die finanziellen Möglichkeiten.
Versuchen Sie, Ihre Freiräume ohne schlechtes Gewissen zu nutzen. Ich weiß, das ist leicht gesagt. Denn es dauert eine ganze Weile, bis wir uns in einer solch schwierigen Situation selbst wieder das Recht auf das eigene Leben zubilligen. Doch es steht uns zu! Insbesondere wenn Sie sich vorstellen, wie lange so eine Pflegesituation andauern kann, müssen Sie Ihr eigenes Leben im Auge behalten.
Bleiben Sie natürlich gesund!
Ihre Sylvia Schneider