Alzheimer-Medikamente halten oft nicht, was sie versprechen
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund zum Thema Alzheimer
vom 24.01.2005 16:00 Uhr
GNL5356
Sowohl Alzheimer-Patienten als auch deren Angehörige setzen große hoffnungen in medikamentöse Therapien zur Linderung der Symptome, manche versprechen sich davon auch einen Aufschub im Fortschreiten der Krankheit. Das diese Hoffnung meist vergebens ist, haben jetzt Wissenschaftler in England, aber auch in Hamburg herausgefunden.
Die englischen Wissenschaftler konnten nachweisen, dass Alzheimer-Medikamente, besonders mit dem Wirkstoff Donepezil, nur eine minimale Verbesserung der Denkleistung erreichen, aber nicht das Stadium der Pflegebedürftigkeit herauszögern.
Hamburger Forscher untersuchten daraufhin Daten von über 8.300 Alzheimerpatienten. Diese Daten, gesammtel in Studien von Pharmaunternehmen, hatten dazu geführt, dass die Wirkstoffe Donepezil, Rivastigmin und Galantamin zugelassen worden waren. Aber die Wissenschaftler entdeckten, dass bei den Studien anscheinend nicht alles mit rechten Dingen zugegangen war: es wurden zum Beispiel im Nachhinein einige Patienten von der Studie ausgeschlossen. Andererseits wurden die Daten von Patienten, die wegen aufgetretener Nebenwirkungen früher aus der Studie ausgetreten waren, mit im Endbericht erfasst – so wurden die Daten geschönt. In der Nachuntersuchung der Stoffe konnten die Forscher keinem der drei Wirkstoffe eine positive Wirkung bescheinigen.
Erfolgsversprechender als diese Wirkstoffe scheint, so die Wissenschaftler, ein regelmäßiges Gedächtnistraining zu sein. Lösen Sie Kreuzworträtsel, Logikrätsel oder üben Sie, sich Zahlen und Begriffe zu merken – so können Sie die Alzheimer-Krankheit herauszögern oder zumindest ihre Weiterentwicklung verlangsamen.
Ich wünsche Ihnen alles Gute,
Ihre Dr. Martina Hahn-Hübner