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Hausrezepte: Natürliche Hilfen aus Großmutters Zeit

Natürliche Hilfen bei Schmerzen, Durchfall und Entzündungen

Ob leichte Alltagsbeschwerden oder schmerzhafte Erkrankungen: Für beinahe jedes Leiden gibt es heute eine chemische Lösung von der Pharmaindustrie. Doch was ist der Preis für diese schnelle und unkomplizierte Hilfe?

Starke Nebenwirkungen und eine langfristige Abhängigkeit können die Folgen sein. Dabei gibt es altbewährte Hausrezepte aus der Naturapotheke, die eine wirksame und sanfte Alternative sein können. Im Folgenden gebe ich Ihnen einen Überblick, welche Hausmittel Ihnen am besten helfen, wenn Sie unter Alltagsbeschwerden, Schmerzen oder Entzündungen leiden.

Heilpflanzen auf aufgeschlagenen alten Büchern© unpict - Fotolia

  • Arthritis. Bei dieser Gelenkentzündung haben sich Kohlpackungen bewährt. Gerade Kohl ist in der Lage, Hitze aus den Gelenken zu ziehen und Schwellungen abklingen zu lassen. Zupfen Sie für eine solche Packung möglichst große Blätter aus einem Weißkohl, auch Wirsing ist geeignet. Waschen Sie die Blätter und rollen Sie eine Flasche so lange darüber, bis Saft austritt. Legen Sie das Kohlblatt auf das schmerzende Gelenk. Decken Sie es mit einem Leinentuch ab und fixieren Sie diesen Verband dann mit einem großen Baumwolltuch. Zweimal täglich sollten Sie eine Stunde lang einen solchen Kohlwickel anlegen. Waschen Sie die Haut danach ab und reiben Sie sie mit Olivenöl ein. So steigern Sie die Durchblutung.
  • Blasenentzündung. Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen sind die Anzeichen einer akuten oder chronischen Blasenentzündung. Dagegen hilft zum Beispiel Gänseblüm­chen­tee. Kaufen Sie sich getrocknete Gänseblümchenblüten und -blätter, die Sie mit heißem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Trinken Sie den lauwarmen Tee in langsamen Schlucken. Preiselbeersaft dagegen kann einer Blasenentzündung vorbeugen. Er enthält viele sekundäre Pflanzenstoffe, die verhindern können, dass sich die Erreger einer solchen Entzündung in Harnröhre und Blase festsetzen. Trinken Sie zur Prävention jeden Tag 50 ml Preiselbeersaft – während einer akuten Entzündung steigern Sie die Menge auf 100 ml.
  • Blasenschwäche. Ein Bad mit Heublumenabsud regt die Durchblutung Ihrer Blasenmuskulatur an. Kochen Sie dazu zwei Hände voll Heublumen in vier Litern Wasser auf und lassen Sie sie eine halbe Stunde köcheln. Seihen Sie dann ab und geben Sie die Flüssigkeit in das Badewasser.
  • Bluthochdruck. Weißdorntee kann hohen Blutdruck regulieren. Zudem kann er die gefährliche Arterienverkalkung verhindern. Weißdornblüten und Früchte erhalten Sie getrocknet in der Apotheke. Übergießen Sie zwei Teelöffel davon mit einer Tasse kochendem Wasser und lassen Sie ihn zehn Minuten ziehen. Sie sollten drei Tassen täglich trinken.
  • Durchfall. Wussten Sie, dass der Durchfall selbst keine Krankheit ist? Ihr Körper reagiert damit auf Stoffe, die ihn krank machen können oder giftig sind. Er versucht so, diese Substanzen schnell wieder auszuscheiden. Gegen Durchfall kann Ihnen Heilerde helfen. Trinken Sie dreimal täglich ein Glas Wasser, in das Sie einen Teelöffel Heilerde hineingerührt haben. So werden die Substanzen gebunden, die den Durchfall ausgelöst haben. Auch getrocknete Heidelbeeren binden Giftstoffe im Darm. Essen Sie eine Hand voll Früchte pro Tag. Sie erhalten sie in der Apotheke.
  • Erkältung.Gerade jetzt im Winter ist es wichtig, dass Sie Erkältungen so gut wie möglich vorbeugen. Dafür eignet sich Thymiantee. Überbrühen Sie einen frischen Thymianzweig mit einer Tasse kochendem Wasser. Lassen Sie den Trank zehn Minuten ziehen, seihen Sie dann ab und trinken Sie einmal pro Tag eine Tasse. Wenn es Sie erwischt hat, empfehle ich Ihnen Rettich-Kandis-Sirup. Höhlen Sie einen schwarzen Rettich aus und füllen Sie Kandis ein. Stellen Sie den gefüllten Rettich in ein Glas und lassen Sie ihn über Nacht stehen. Füllen Sie den ausgetretenen dunklen Saft in eine Flasche, die im Kühlschrank aufbewahrt werden muss. Davon sollten Sie dreimal täglich einen Teelöffel einnehmen. Ebenfalls sehr gut zur Vorbeugung eignet sich Ingwer-Wasser. Dazu schneiden Sie frischen Ingwer in Scheiben. Übergießen Sie die Scheiben mit kochendem Wasser und lassen Sie sie zehn Minuten lang ziehen. Dann seihen Sie ab und trinken den Aufguss.
  • Halsschmerzen. Zwiebelwickel sind dagegen besonders zu empfehlen. Zerdrücken Sie zwei kleingeschnittene Zwiebeln mit der Hand und geben Sie sie in eine Kompresse. Erwärmen Sie diese und legen Sie sich den Wickel um den Hals. Legen Sie einen Wollschal um, um die Wärme zu speichern. Leiden Sie unter einer Halsentzündung, hat es sich bewährt, mit Salbeiwasser zu gurgeln. Überbrühen Sie getrockneten Salbei mit heißem Wasser und lassen Sie die Mischung fünf Minuten lang ziehen. Seihen Sie danach ab. Lassen Sie das Wasser abkühlen und gurgeln Sie dann mehrmals am Tag damit.
  • Hexenschuss. Eine falsche und ruckartige Bewegung löst diese Rückenschmerzen aus. Die Wirbel der Wirbelsäule verschieben sich und drücken auf Nerven, meist auf den Ischiasnerv. Eine Sofortmaßnahme ist die sogenannte Stufenlagerung. Legen Sie sich auf den Boden. Ihre Unterschenkel liegen auf der Sitzfläche eines Stuhls. Das lindert recht schnell die Schmerzen, da die Muskulatur im Rücken entlastet wird. Auch ein Tee kann die Muskeln im Rücken entspannen. Dieser setzt sich zusammen aus Weidenrinde, Holunder und Johanniskraut. Geben Sie jeweils zwei bis drei Teelöffel in einen halben Liter kaltes Wasser, das Sie langsam aufkochen lassen. Lassen Sie den Tee zehn Minuten ziehen. Trinken Sie davon drei Tassen pro Tag.
  • Magenschmerzen. Der Grund für diese Schmerzen ist meist entweder falsches Essen oder eine seelische Belastung. In diesen Fällen bietet sich eine Kamillenrollkur an, die Sie morgens nach dem Aufstehen durchführen. Wichtig ist, dass Sie vorher noch nichts gegessen oder getrunken haben. Nehmen Sie zwei Esslöffel getrocknete Kamillenblüten aus der Apotheke. Diese überbrühen Sie mit zwei Tassen Wasser und lassen sie fünf Minuten lang ziehen. Trinken Sie den Tee in kleinen Schlucken. Legen Sie sich dann jeweils zehn Minuten auf den Rücken, die rechte Seite, die linke Seite und den Bauch. Danach ruhen Sie 30 Minuten lang. Achtung: Leiden Sie immer wieder oder aber dauerhaft unter Magenschmerzen, sollten Sie die Ursache medizinisch abklären lassen. Es kann sich dabei um ein Anzeichen für ein Magengeschwür, einen Tumor oder eine Erkrankung der Verdauungsorgane handeln.
  • Muskelkater. Sie brauchen dafür keinen Sport zu treiben – schon ungewohnte Bewegungen im Alltag reichen. So kann Muskelkater auftreten, wenn Sie mehrfach etwas Schweres gehoben haben. Für Entspannung der Muskulatur sorgt in einem solchen Fall ein Wacholderölbad. Dafür geben Sie fünf Tropfen ätherisches Wacholderöl in eine halbe Tasse Sahne. Verrühren Sie das Öl gut, damit es sich mit dem Fett der Sahne vermischt. Geben Sie die Sahne in Ihr Badewasser. Bleiben Sie 20 Minuten im Wasser, danach sollten Sie 30 Minuten ruhen.
  • Akute Kopfschmerzen.Hierbei hilft Ihnen ein Weidenrindentee, der eine aspirinähnliche Wirkung hat. Geben Sie drei Teelöffel Weidenrinde in einen halben Liter kaltes Wasser und bringen Sie es langsam zum Kochen. Lassen Sie den Tee zehn Minuten ziehen, bevor Sie ihn trinken.
  • Prellungen und Verstauchungen. Obwohl sich die Verletzungen unterscheiden, ist die Erste-Hilfe-Behandlung dieselbe. Kühlen Sie die betroffene Stelle mit Wasser oder auch mit Eis. Sehr gut geeignet sind Gel-Kühlpads, die Sie in der Apotheke erhalten. Diese passen sich dem Gelenk an, besser als ein Kühlakku. Aber auch ein Beutel mit tiefgefrorenem Gemüse, zum Beispiel Erbsen, ist gut geeignet. Bei Prellungen sollten Sie nach der Erstbehandlung einen Quarkwickel auflegen. Dazu verstreichen Sie 250 bis 500 Gramm Quark circa einen Zentimeter dick auf einem Geschirrtuch. Legen Sie dieses Tuch auf die betroffene Stelle, bis der Quark getrocknet ist. Wiederholen Sie dies mehrmals am Tag. Bei Verstauchungen sollten Sie fünf Blätter Packpapier in einen Topf geben und mit Salbeiessig bedecken. Kochen Sie das Papier bei niedriger Hitze, bis es weich ist, und legen Sie es dann auf die schmerzende Stelle. Bedecken Sie es mit Frischhaltefolie. Die Wirkstoffe des Essigs lassen die Schwellung schwinden. Lassen Sie die Auflage bis zu vier Stunden auf der betroffenen Körperstelle liegen. Getrocknete Kräuter bekommen Sie in der Apotheke. Gemüse, Quark und andere Lebensmittel können Sie im Supermarkt kaufen – hier erhalten Sie auch Kühlkompressen.
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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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