Akupunktur: Wirksamkeit belegt – Warum die Schulmedizin die Ergebnisse trotzdem nicht wahrhaben will
Täglich Gesund zum Thema Akupunktur
vom 03.04.2007 16:00 Uhr
GNL5356
In Deutschland laufen derzeit die größten wissenschaftlichen Studien, die die Wirksamkeit der Akupunktur belegen sollen. Ende 2004 wurden die ersten Zwischenergebnisse für die Behandlung von Knieschmerzen und Rückenbeschwerden vorgestellt – mit einem eindeutig positiven Resultat. Trotzdem wird das Ergebnis von vielen Schulmedizinern angezweifelt. Lesen Sie in diesem Beitrag, warum Sie der Akupunktur vertrauen können. Außerdem beleuchten wir die Hintergründe dieser Studie und erklären Ihnen, warum die Ärzte-Funktionäre ein Interesse daran haben, sie scheitern zu lassen.
Manche Ärzte akupunktieren lieber auf Privatrechnung
Im Jahr 2000 wollten die Krankenkassen die Akupunktur in ihren offiziellen Leistungskatalog aufnehmen, d. h., die Methode wäre dann eine für die Versicherten kostenfreie Kassenleistung geworden. Doch der so genannte „Bundesausschuss Ärzte und Krankenkassen“, der über neue Kassenleistungen entscheidet, verweigerte die Zulassung. Vor allem die ärztlichen Funktionäre in dem Gremium hatten sich vehement dagegen ausgesprochen. Die Wirksamkeit der Akupunktur sei wissenschaftlich nicht bewiesen, so ihr Argument. Doch in Wahrheit dürften finanzielle Interessen dahinterstecken: Von den Krankenkassen bekommen die Mediziner deutlich weniger Geld für eine Akupunkturbehandlung, als wenn sie dieselbe Leistung privat mit ihren Patienten abrechnen (pro Sitzung als Kassenleistung ca. 20 €, als Privatleistung ca. 50 €).
Mindestens jeder zweite Patient ist zufrieden
Als Kompromiss wurde damals beschlossen, die Wirksamkeit der Akupunktur in großen Studien zu überprüfen.
Gegen diese Schmerzen wird die Akupunktur erprobt:
- Kniebeschwerden (Arthrose)
- Rückenbeschwerden (Kreuzschmerzen)
- Spannungskopfscherz
- Migräne
Die ersten Ergebnisse wurden für Knie- und Rückenschmerzen vorgestellt. Jeweils über 1.000 Patienten wurden entweder mit Akupunktur (10 bis 15 Sitzungen) oder mit schulmedizinischen Methoden (vor allem Schmerzmittel und Krankengymnastik) behandelt. Sechs Monate nach dem Ende der Therapie gaben etwa 50 % der Patienten mit Knieschmerzen und über 70 % der Patienten mit Rückenschmerzen an, dass sich die Schmerzen und die Beweglichkeit deutlich gebessert hatten. In der Schulmedizin-Gruppe lagen die Erfolgsraten dagegen nur bei 28 % bzw. 57 %. Allerdings gab es auch eine Kontrollgruppe, in der die Patienten ebenfalls mit Akupunkturnadeln behandelt wurden. Diese wurden jedoch an Punkten gestochen, an denen nach der chinesischen Lehre keine Wirkung zu erwarten ist. Die Erfolgsquote dieser „Scheinakupunktur“ war dennoch fast genauso hoch wie bei der „echten“ Akupunktur.
Die Auswahl der Punkte ist bei jedem Patienten unterschiedlich
Diese vergleichbare Wirksamkeit von Scheinakupunktur und „echter“ Akupunktur hat dann auch die Kritik vieler Schulmediziner auf sich gezogen: Es zeige sich, dass die Akupunktur Unsinn sei und dass es wohl offensichtlich absolut egal sei, wohin man die Nadeln setze. Was die Schulmediziner übersehen: Am allerschlechtesten haben in der Studie genau die Methoden abgeschnitten, die von ihr bevorzugt werden: Schmerzmittel wie Diclofenac, die mit ganz erheblichen Nebenwirkungen auf Magen, Niere und Herz behaftet sind! Allerdings bemängeln auch erfahrene Akupunkteure den Aufbau der Studie. Denn die teilnehmenden Ärzte durften nur bestimmte – für alle Patienten gleiche – Punkte behandeln. Normalerweise sucht sich ein guter Akupunkteur die Punkte jedoch nach der individuellen Verfassung des Patienten aus. Daher sei es nicht verwunderlich, dass in der Studie die Akupunktur nur unwesentlich besser abgeschnitten hat als die Scheinakupunktur.
Wenn Sie sich für eine Akupunktur entscheiden, sollten Sie darauf achten, dass Ihr Arzt eine fundierte, mehrjährige Ausbildung absolviert hat. Sie erkennen das unter anderem daran, dass er sich viel Zeit für eine gründliche Voruntersuchung nimmt – dazu gehört neben einem ausführlichen Gespräch oft auch eine spezielle Zungen- und Pulsdiagnostik. Erst danach ist eine individuell auf Sie abgestimmte Behandlung möglich. Und dann dürfte der Therapieerfolg auch noch besser ausfallen als in der sehr schematisch durchgeführten Studie.
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