Akupunktur – keine Chance bei den gesetzlichen Krankenkassen?
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund zum Thema Akupunktur
vom 06.03.2006 16:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leserin, lieber Leser,
heute Morgen lief eine Meldung über den Ticker, die mich sehr empört hat: Es soll beschlossen werden, dass die gesetzlichen Krankenkassen in Zukunft keine Kosten für eine Akupunktur-Behandlung mehr übernehmen dürfen. Verkündet wurde dies vom so genannten Gemeinsamen Bundesausschuss. In diesem Gremium sitzen 21 Experten. Diese diskutieren regelmäßig darüber, welche Therapien und Medikamente den gesetzlich Versicherten noch erstattet werden.
Da die "Akupunktur keine besseren Ergebnisse bringt als Scheinakupunktur", so die Kassenärztliche Bundesvereinigung, sei der "Wirksamkeitsnachweis gescheitert". Unter einer Scheinakupunktur versteht man die Akupunktur von Nicht-Akupunkturpunkten.
So wie es aussieht, wird der Gemeinsame Bundesausschuss am 21. März gegen die Kostenerstattung der Akupunktur stimmen. Bisher wurde die Akupunktur zwar auch nicht von allen Kassen in allen Fällen übernommen. Aber es gab doch einige gesetzliche Krankenkassen, die die Akupunkturkosten im Rahmen eines Modellversuchs bei der Schmerzbehandlung erstatteten.
Ich kann den Experten dieses Bundesausschusses, aber auch der Kassenärztlichen Bundesvereinigung so nicht zustimmen. Sicher, es stimmt, dass bei Studien immer auch die Anwendung der Nadeln an Nicht-Akupunkturpunkten positive Ergebnisse erbrachte. Aber diese waren – meines Wissens – durchweg schlechter als die einer echten Akupunktur. Gerade in der Kopfschmerztherapie erbrachte die "echte" Akupunktur deutlich bessere Ergebnisse, nicht nur verglichen mit der Scheinakupunktur, sondern vor allem im Vergleich zur medikamentösen Therapie. Meiner Meinung nach wird den gesetzlich versicherten Patienten hier eine Therapie vorenthalten, die wirklich helfen kann!
Ein anderes Thema hat heute meine Kollegin Dr. Andrea Schmelz, Chefredakteurin von "Gesundheit und Erziehung für mein Kind" für Sie recherchiert. Auch in Baby- und Kleinkindernahrung sind Stoffe enthalten, die dort nicht hineingehören. Wie Sie die Belastung, zum Beispiel durch Rückstände von waschaktiven Substanzen, senken, lesen Sie im folgenden Artikel.
Bleiben Sie gesund!
Ihre Dr. Martina Hahn-Hübner
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