Aktien bieten Sicherheit – wenn Sie ein paar Grundregeln beachten
Dietmar Kowertz in Verbraucherschutz Vertraulich
vom 15. Juli 2008, 10:00 Uhr
GNL5223
Liebe Leserin,
lieber Leser!
Heute beginnt unsere zweiwöchige Artikel-Serie zum Thema Aktien. Der Anfänger findet darin sicher so manchen Tipp und manche Erleuchtung, lernt Begriffe kennen und bekommt einen Überblick über das Pro und Contra einer Geldanlage in Aktien. Sicherlich kann aber auch der Aktienprofi damit sein Wissen auffrischen und den einen oder anderen Tipp mitnehmen.
Das Wort Kopfschmerz fängt mit K und O an - und viele empfinden ihn auch wie einen K.O.-Schlag. Was hilft und welche Vermeidungsstrategien wirklich nützlich sind, um den Schmerz in Kopf ohne Nebenwirkungen auszuschalten, verrate ich Ihnen heute.
Kennen Sie die Situation? Sie sind scheinbar der Einzige auf dem vornehmen Empfang, der weit und breit keinen Ansprechpartner kennt. Da ist es gut, ein paar Tipps für einen gepflegten Smalltalk im Hinterkopf zu haben. Hier sind sie.
Viel Spaß beim Lesen!
Dr. Dietmar Kowertz
Als Anleger in Rentenpapieren (Gläubigerpapieren) haben Sie meist nur das Recht auf die Zurückzahlung Ihres Kapitals und der vereinbarten Zinsen. Bei Aktien hingegen handelt es sich um Beteiligungspapiere. D.h., Sie werden zum Miteigentümer des Unternehmens, partizipieren an dessen Aufstieg oder Niedergang und haben sogar ein gewisses Mitspracherecht. Damit erwerben Sie auch den Anspruch auf einen Anteil am Gewinn des Unternehmens. Diese so genannte Dividende kann jährlich ausgezahlt werden oder fließt in eine Wertsteigerung der Aktien ein.
Der Haken: Das gilt natürlich nur dann, wenn Gewinn erzielt wurde. Folglich können Sie sich als Aktieninhaber weder auf eine regelmäßige Ausschüttung noch auf die volle Rückzahlung Ihres Kapitaleinsatzes verlassen.
Investieren Sie nur in Aktien, wenn Sie das Geld über längere Zeit nicht benötigen
Sind demnach alle Aktienbesitzer Hasardeure? Sicher nicht. Denn Aktien sind auf lange Sicht die Geldanlage mit dem höchsten Ertrag. Die Betonung liegt hier auf „lange Sicht", denn es gibt durchaus Jahre, manchmal sogar ein ganzes Jahrzehnt, in denen die Erträge von Aktienanlagen nahe Null oder gar negativ sind. Wer dann aussteigen muss, etwa weil er das Geld dringend braucht, zahlt kräftig drauf.
Meine Tipps:
● Aktien machen in jedem Depot Sinn. Aber wirklich nur dann, wenn das Geld „übrig" ist und Sie mittelfristig (d.h. in den nächsten 10 bis 20 Jahren) nicht andere Dinge damit vorhaben.
● Bleiben Sie solide: Kaufen Sie keine Exoten, sondern konzentrieren Sie sich auf Standard-Werte.
● Bleiben Sie besonnen: Kaufen Sie nicht auf Empfehlung guter Bekannter oder weil Ihnen das Unternehmen aus irgendeinem Grund „sympathisch" ist.
● Streuen Sie Ihre Aktien: 10 bis 15 verschiedene Aktien aus unterschiedlichen Branchen und Ländern sollten es schon sein.
● Zudem sollten Sie sich für das Börsengeschehen interessieren, denn das Wohl und Wehe Ihrer Papiere sollte Ihnen jeden Tag ein paar Minuten Ihrer Zeit wert sein.
Aktienfonds: Hier wird ein Management für Sie tätig
Wenn Sie nicht die Muße haben, sich regelmäßig um Ihre Aktien selbst zu kümmern, können Sie in einen Aktienfonds investieren. Hierbei werden Sie Teilhaber an einem Sondervermögen, das von einem Fondsmanagement verwaltet wird und in bestimmte Aktienbereiche investiert
(z.B. inländische, ausländische, bestimmte Branchen, bestimmte Länder oder Regionen).
Auch hierbei unterliegt Ihr Investment den Schwankungen des Marktes, jedoch sind diese meist moderater und ein Totalverlust ist eher unwahrscheinlich. Dafür sorgt das Management, das allerdings dafür auch Gebühren verlangt. Aktienfonds können Sie bei jedem Kreditinstitut oder direkt bei der Investmentgesellschaft kaufen. Vergleichen Sie Ausgabeaufschläge (ca. 5 %) und Verwaltungsgebühren (ca. 1,5 %).
Weiter geht´s am kommenden Donnerstag: Alles über Indexzertifikate!
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