Ältere Menschen haben oft einen erhöhten Homocystein-Spiegel
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 4. November 2011, 06:00 Uhr
GNL5356
zu hohe Homocysteinwerte gelten neuerdings unter Experten als Risikofaktor für Herzkreislauf-Erkrankungen. Darüber sprachen wir ja kürzlich. Zu viel Homocystein verletze nachweislich die Wände der Blutgefäße, lasse das Blut schneller verklumpen, fördere die Arterienverkalkung und damit auch die Gefahr für Herzinfarkt und Schlaganfall, sagen die Forscher. Die Ursache für einen zu hohen Homocysteinspiegel ist meist ein Vitaminmangel. Jeder zweite über Fünfzigjährige soll nach ihren Erkenntnissen zu hohe Werte aufweisen.
Bei älteren Menschen hat der Bonner Ernährungsforscher Professor Klaus Pietrzik einen Grund für einen zu hohen Homocystein-Spiegel ausgemacht: Rund 30 bis 50 Prozent aller über 60-Jährigen leiden unter einer Entzündung der Magenschleimhaut mit Magenschmerzen, Übelkeit und im schlimmsten Fall Magenblutungen. Aufgrund dieser Gastritis können die Betroffenen nicht genügend Vitamin B aufnehmen. Denn das kann nur ein gesunder Magen in ausreichendem Maß.
Darüber hinaus gibt es einige Grunderkrankungen, die einen solchen Vitaminmangel mit sich bringen können - dazu zählen chronische Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa, die die Vitaminaufnahme behindern, Nieren- und Krebserkrankungen. Aber auch zu viel Alkohol, Rauchen und Dauerstress beeinflussen Ihren Vitaminstoffwechsel.
Auch wenn dies Vegetariern und Veganern nicht schmeckt: Mageres Fleisch und Leber leisten aufgrund ihrer Nährstoffdichte einen wertvollen Beitrag zur Versorgung mit B-Vitaminen. Die zur Senkung des Homocysteinspiegels wichtigen Vitamine B6 und B12 sind in allen Fleischsorten in hoher Konzentration enthalten. Folsäure findet sich hauptsächlich in Innereien und grünem Gemüse. B12 ist ausschließlich in tierischen Lebensmitteln enthalten. Hervorzuheben ist, dass Folsäure aus tierischen Nahrungsmitteln eine besonders hohe Bioverfügbarkeit hat - im Körper also besonders gut verwertet wird. Aufgrund der Eigenheiten von Fleisch muss bei der Zubereitung mit weniger Vitaminverlusten gerechnet werden.
Und wie hoch ist Ihr Homocysteinwert? Das kann Ihr Arzt im Rahmen einer üblichen Blutuntersuchung feststellen. Bei einem begründeten Verdacht übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten dafür. Das sind die Risikobereiche:
- 12 bis 30 Mikromol/l : leicht erhöhte Homocysteinwerte
- 30 bis 100 Mikromol/l: erhöhte Homocytseinwerte
- über 100 Mikromol/l: sehr hohe Homocysteinwerte
Bleiben Sie natürlich gesund!
Ihre Sylvia Schneider
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Mk (04.11. 2011 09:26 Uhr):
Homocysteinwert ist nach meinen Informationen nicht korrekt beschrieben. Er sollte unter 8 sein. Die Spanne erscheint mir irreführend
Antworten - Kommentar von Prof Dr Ernst Liebhart (04.11. 2011 14:01 Uhr):
Vitamin B12 - evtl. auch Folsäure - kann ohne weiteres subkutan gespritzt werden, wenn ein Mangel des sog. Intrinsic Factor" vermutet wird. Hie und da, aber hochdosiert. Die übrigen B-Vitamine werden ohnehin aufgenommen, Ernst Liebhart
Antworten - Kommentar von Rita Florin (04.11. 2011 20:47 Uhr):
Alle Krankheiten entstehen, wenn der Körper übersäuert ist, auch die erhöhten Blutwerte. Es kann also vermieden werden, wenn man etwas mehr basisch lebt. Deshalb möchte ich hinzufügen, dass Fleisch ein Lebensmittel ist das in den sauren Bereich gehört. Trotzdem kann man es 1-2 x die Woche essen, wenn Kartoffeln und Gemüse der größere Anteil sind. Das gerade die Älteren die Magen und Darmprobleme sowie Allergien und Gicht usw. bekommen, liegt an der jahrelangen Übersäuerung und das die Schadstoffdepots voll sind. Der Abtransport funktioniert nur wenn genug Basisches mit der Nahrung aufgenommen wird.
Antworten - Kommentar von Claudia Seefeld (04.11. 2011 21:00 Uhr):
Vitamin B12 ist nicht ausschließlich in tierischen Produkten enthalten. Die Sanddornbeere, die nicht nur eine der Vitamin C reichsten Frucht ist, enthält auch B12; ebenso Lupine, die ein hochwertiges pflanzliches Eiweiß darstellen, das zudem noch purinstoffarm ist. Zu den Folsäure reichen Lebensmitteln zählen auch Mandeln, deren Verzehr sich ohnehin sehr positiv auf das HDL-Cholesterin auswirkt.
Antworten - Kommentar von Reinhold (06.11. 2011 01:33 Uhr):
B12 nicht nur in tierischen Lebensmittel enthalten. Lupinenprotein als B12 Lieferant. Sanddorn als B12 Lieferant. Durch die Symbiose des Sanddorns mit dem Mikroorganismus Aktinomyces entsteht in den Samenschalen des Sanddorns eine Vitamin B 12-Konzentration, wie sie vorher nur von der Leber bekannt war
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- Kommentar von Antje (07.11. 2011 07:30 Uhr):
Hab eher eine Frage dazu. Wie verhält sich die Aufnahme von B-Vitaminen bei einer Lactoseintoleranz? Meine 11-jährige Tochter muss sich damit auseinandersetzen. Ein Bericht hierüber wäre auch interessant. lg und weiter so, lese ihre Artikel sehr gerne..sind sehr informativ...antje
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