MenüMenü

7. Türchen: Das ABC der heilsamen Weihnachtsgewürze

Anisplätzchen, Christstollen und Vanillekipferl gehören zu Weihnachten dazu wie Kerzen und Tannenbaum. Doch aromatische Weihnachtsgewürze verfeinern nicht nur Ihr Gebäck; viele werden seit Jahrhunderten auch als pflanzliche Heilmittel genutzt. Wir verraten Ihnen, wie Sie die Pflanzenkraft als Gewürz, Gewürztee oder Extrakt aus der Apotheke am besten nutzen.

Weihnachtsgewürze© Adobe Stock

Anis

Anis wird seit jeher als hustenstillendes und krampflösendes Mittel eingesetzt, das sich günstig auf Magen- und Darmschwäche auswirkt. Wenn Sie ballaststoffreiche Vollkornspeisen nur schlecht vertragen, können Sie diese mit Anis würzen.

Ingwer

Ingwer wirkt appetitanregend und hilft bei Magenbeschwerden, denn er steigert die Magensaftsekretion. Studien zeigen, dass die Heilpflanze Übelkeit und Erbrechen genauso gut lindert wie der schulmedizinische Wirkstoff Dimenhydrinat (z. B. in Vomex® oder Vomacur®).  Ingwer hilft Ihnen außerdem bei Rheuma, Rücken- und Muskelschmerzen sowie Erkältungen.

Ingwerknolle, -scheiben und -stückchen© WavebreakmediaMicro - Fotolia


Was Sie bei Gicht essen und trinken dürfen!

Prima Checkliste gibt einen schnellen Überblick . . .

Hier Klicken und Gratis abrufen ➜


Kardamom

Kardamom enthält bis zu 8 Prozent ätherisches Öl mit einer Vielzahl von Terpenen. Neben der appetitanregenden und stoffwechselfördernden Wirkung erfrischt das Kauen der Samen auch Ihren Atem. Die Anthroposophie schreibt dem Kardamom die Fähigkeit zu, feurig wärmende Prozesse im Körper zu entfachen. Es ist also ein ideales Wintergewürz.

Koriander

Traditionell wird Koriander gegen Blähungen, Magenverstimmungen und Erkältungen angewendet. In der anthroposophischen Medizin wird er auch gegen Migräne eingesetzt. Er kann darüber hinaus helfen, Unsicherheit und Lampenfieber abzubauen, das Sicherheitsempfinden stärken und wirkt appetitanregend sowie verdauungsfördernd.

Nelken

Hauptbestandteil ist das Eugenol. Es tötet Krankheitserreger ab und besitzt insgesamt eine anregende Wirkung, beispielsweise auf die Durchblutung und den Appetit. Es fördert die Verdauung und verhindert Blähungen. Von allen Gewürzkräutern enthalten Nelken die meisten Antioxidantien, die Sie vor Krebs und vielen anderen Zivilisationskrankheiten schützen. Bei Zahnschmerzen drücken Sie eine Gewürznelke gegen den wehen Zahn, bis der Schmerz nachlässt.

Gewürznelken vor weißem Hintergrund© Elena Schweitzer - Fotolia

Vanille

Vanille wird heute meist synthetisch hergestellt und besteht dann ausschließlich aus der Hauptkomponente Vanillin. Das natürliche Vanillearoma setzt sich dagegen aus über 30 verschiedenen Bestandteilen zusammen. In der Heilkunde stärkt Vanille Herz und Nieren. Außerdem wird sie gegen Blähungen eingesetzt.

Zimt

Das im Gewürz enthaltene Methylhydroxychalcon aktiviert die Insulinrezeptoren auf den Körperzellen. Als Folge sinkt der Blutzuckerspiegel. Deshalb können Sie mit dem Gewürz die Therapie von Typ-II-Diabetes (Altersdiabetes) unterstützen. Wirksam ist jedoch nur der Cassia-Zimt. Vorsicht: Nehmen Sie davon maximal einen Teelöffel täglich zu sich. Cassia-Zimt enthält viel Cumarin, das die Leberschädigen kann. Außerdem wirkt Zimt gegen Erbrechen, Übelkeit und leichten Durchfall.


Essen ohne Kohlenhydrate?

Diese Lebensmittel sollten Sie dann meiden . . .

Hier Klicken und Gratis abrufen ➜


Zimt© pershing - adobe

Muskatnuss

Muskatnuss ist in großen Mengen giftig. Eine Prise geraspelte Muskatnuss ist aber unbedenklich. In diesen kleinen Mengen hat die Nuss eine beruhigende und durchblutungsfördernde Wirkung. So hilft Ihnen Muskatnuss beispielsweise gegen Muskelschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden oder bei Einschlafproblemen.

Weihnachtsgewürze in Tees

Die soeben genannten Weihnachtsgewürze verfeinern also nicht nur Ihr Gebäck, sie sind auch wertvolle Heilmittel. Allerdings werden zum Backen oder Kochen eher geringe Mengen eingesetzt. Bei stärkeren Beschwerden sollten Sie daher zum Beispiel auf Gewürztees ausweichen.

Rezept für einen wärmenden winterlichen Gewürztee

  • 1 Zimtstange
  • 3 Nelken
  • 1 Stück Ingwerwurzel, geschält und zerkleinert
  • je 1/2 Teelöffel grob gemahlener Pfeffer, Kardamom und Piment

Bringen Sie die Mischung mit einem Liter Wasser zum Kochen. 20 Minuten auf kleiner Flamme weiter köcheln, dann abseihen. Nach Belieben können Sie den Tee mit Milch und Honig genießen.

Verwendung in der Phytomedizin

Viele der heilenden Gewürze erhalten Sie in Apotheken auch als spezielle Extrakte. Diese Medikamente haben einen höheren Wirkstoffgehalt als die ursprünglichen Gewürze. So enthält Bronchoforton® Anethol aus Anis (z. B. bei Husten und hartnäckigen Erkältungen). Und das im Kardamom vorkommende Borneol wird etwa als krampflösendes Mittel in Rowachol® bei Gallenbeschwerden eingesetzt.

Cineol (aus Piment) wird zum Einreiben oder Inhalieren zur Lösung hartnäckigen Hustens angewandt (z. B. in Soledum®), und der Zimtextrakt Diabetruw® hat sich in Studien als blutzuckersenkend erweisen. Das sind nur einige Beispiele dafür, dass Großmutters Weihnachtsgewürze heute noch gerne von der Phytomedizin genutzt werden.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten