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12. Türchen: Cremes und Salben für raue Haut im Winter

Der Winter ist für unsere Haut die Zeit der größten Belastung: Drinnen trockene Heizungsluft, draußen nasskaltes Schmuddelwetter oder schneidender Ostwind. Das ist einfach zu viel für unser wichtigstes Schutzorgan. Jetzt braucht es selbst Schutz, sonst sind rissige und raue Haut die Folge. Im heutigen Türchen lesen Sie, wie Sie sich mit einfachen Mitteln selbst helfen können.

Handcreme© Adobe Stock

Die Haut grenzt unseren Körper gegen die Außenwelt ab. Auch sie hat einzigartige Aufgaben, die von keinem anderen Gewebe übernommen werden können. Aus diesem Grund gilt sie in der Medizin als eigenständiges Organ.

Die wichtigsten Funktionen der Haut

  • Wärmeregulation
  • Schutz vor Wasserverlust
  • Schutz vor Bakterien und Viren
  • Speicherung von Fett und Flüssigkeiten
  • Ausscheidung von Stoffwechselprodukten
  • Wahrnehmung von Hitze, Kälte und Druck
  • Schutz vor Strahlung

Achten Sie auf eine gute Durchblutung

Nur ein starker Kreislauf gewährleistet die Versorgung der Haut. Wenn sich nämlich bei Kälteeinwirkung die Blutkapillaren zusammenziehen, wird auch die Blutzufuhr und damit die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Haut vermindert.

Das betrifft im Winter vor allem Ohren,Gesicht, Lippen, Hände und Füße. Außerdem produzieren die Talgdrüsen bei Temperaturen von weniger als 7 °C kein Fett mehr. Die Haut trocknet aus, wird rau, rissig und kann keine Feuchtigkeit mehr binden. Dadurch wird ihr Säureschutzmantel (Hydrolipidfilm) zerstört, Bakterien und Viren können eindringen und Entzündungen verursachen.

Diese Faktoren belasten die Haut im Winter:

  • extremer Wechsel von Kälte und Wärme
  • wenig Sonnenlicht
  • verminderte Atmungsfähigkeit durch dicke Kleidung
  • kalter Wind
  • trockene Heizungsluft
  • geringere Talgproduktion bei Kälteeinwirkung
  • schlechte Durchblutung durch wenig körperliche Bewegung

So kommt Ihre Haut gut durch den Winter

  • Nutzen Sie bei kalter Luft eine Creme mit mindestens 20 Prozent Fettanteil (z. B. Dado Sens extroderm® Gesichtscreme).
  • Cremen Sie Ihre Lippen ein. Ihnen fehlen Talgdrüsen und damit ein schützender Fettfilm (z. B. mit Bepanthen Lippenbalsam).
  • Bevorzugen Sie seifenfreie Waschlotionen, um nicht noch das letzte Fett aus der Haut zu ziehen (z. B. pH 5 Eucerin®).
  • Baden Sie nicht bei über 35 °C und nicht länger als 20 Minuten. Heißes Wasser entzieht der Haut Fett. Verwenden Sie rückfettende Badezusätze. Gegen kältebedingten Juckreiz und Rötungen hilft auch die Heilpflanze Bittersüßer Nachtschatten (Solanum dulcamara, z. B. in Cefabene® oder Dermatodoron®).

Vaseline - ideal in der Kosmetik© WavebreakMediaMicro - Fotolia


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Herstellung von Cremes und Salben

Achten Sie bei der Zubereitung Ihrer Salben darauf, dass Sie möglichst sauber arbeiten. Spülen Sie alle Gerätschaften vor Beginn der Arbeiten so heiß wie möglich und lassen Sie sie auf Küchenpapier abtropfen. Alternativ eignet sich auch die Spülmaschine bei 60 bis 70 °C. Die Werkzeuge sollten aus Holz, Porzellan, Emaille oder feuerfestem Glas sein.

Wertvolles Zubehör

  • Waage: Verwenden Sie eine Waage, die in 1-Gramm-Schritten messen kann.
  • 2 feuerfeste Glasgefäße (100ml und 250ml): Zum Erhitzen der einzelnen Cremephasen eignen sich feuerfeste Bechergläser besonders gut. Diese können Sie direkt auf die Herdplatte stellen. Bei anderen Gefäßen, erhitzen Sie diese bitte im Wasserbad.
  • elektrische Rührhilfen: Besonders gut geeignet sind Milchaufschäumer, bei größeren Mengen auch ein Handrührgerät.
  • Thermometer (bis 100 °C)
  • Plastikspatel

Kartoffel-Heilbalsam

für spröde und beanspruchte Haut

Zutaten: 35 g destilliertes Wasser, 1 Messerspitze Allantoin (in Wasser gelöst) 25 g Kartoffel-Ölauszug*, 20 g Lanolin, 5 g Bienenwachs, 5 g Kakaobutter, 10 Tropfen Aloe vera flüssig, 10-fach

 

 

 

 

Haltbarkeit: gekühlt 6 bis 12 Monate

Zubereitung: Bienenwachs, Kakaobutter und Lanolin zusammen mit dem Ölauszug erwärmen und schmelzen lassen. Die Mischung auf 60 °C erwärmen. Das Wasser ebenfalls auf 60 °C erwärmen und langsam unter stetem Rühren in die Fette gießen. So lange weiterrühren, bis die Salbe abgekühlt ist. Wenn die Mischung handwarm ist, die Aloe-vera-Tropfen einrühren. Anschließend in Cremetiegel abfüllen und beschriften.

* So stellen Sie einen Kartoffel-Ölauszug her: Zwei fein geriebene Kartoffeln in leicht erwärmtes Olivenöl einlegen und ziehen lassen, bis das Wasser der Kartoffeln verdampft. Dann die Öl-Kartoffel-Mischung in ein Glas füllen und zehn Tage ziehen lassen. Anschließend durch ein Sieb und gegebenenfalls durch ein Tuch abseihen. Sie können den Auszug direkt verwenden oder zur Lagerung in dunkle Fläschchen abfüllen.

Winter-Hautcreme

Bei trockener, spröder Haut, Juckreiz, Ekzemen und Akne. Wirkt entzündungshemmend, lindert Juckreiz und fördert die Wundheilung.


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Zutaten: 30 ml Ringelblumenöl, 10 g Adeps lanae anhydricum (wasserfreies Wollfett), 4 g Cetylalkohol, 40 ml Stiefmütterchentinktur

 

Haltbarkeit: gekühlt 6 bis 12 Monate

Zubereitung: In dem größeren Becherglas das Wollfett, das Wachs und den Cetylalkohol schmelzen. Sobald die Zutaten geschmolzen sind, das Ringelblumenöl hinzufügen. Nun die Mischung auf 60 °C erwärmen und in dem zweiten Glas die Stiefmütterchentinktur ebenfalls auf 60 °C erwärmen. Die fette Mischung von der Herdplatte nehmen und die warme Stiefmütterchentinktur mit dem elektrischen Milchaufschäumer einrühren. Solange rühren, bis die Creme handwarm ist, dann in kleine Cremetiegel füllen. Wenn die Creme abgekühlt ist, Deckel aufschrauben und beschriften.

Honig-Pflegebalsam

für rissige Lippen und raue Haut

 

Zutaten: Für den Honig-Pflegebalsam benötigen Sie: 20 ml Mandelöl, 10 g Kakaobutter, 10 g Bienenwachs, 1 Teelöffel Honig, eventuell 2 Kapseln Vitamin E (erhöht die Haltbarkeit, erhältlich im Drogeriemarkt) und 3 Tropfen Kamille blau (kleine Salbendosen zu 5 oder 10 ml, erhältlich in der Apotheke)

 

 

 Haltbarkeit: ca. 6 Monate

Zubereitung:

Das Bienenwachs im Wasserbad schmelzen lassen. Die Vitamin-E-Kapseln mit einer Nadel aufstechen und den Inhalt hinzugeben. Sobald das Wachs flüssig ist, die Kakaobutter hinzufügen. Danach das geschmolzene Ölgemisch unter ständigem Rühren auf 40 °C abkühlen lassen (Thermometer verwenden). Erst danach den Honig zusammen mit dem ätherischen Öl und dem Mandelöl einrühren, da sonst die wertvollen Inhaltsstoffe des Honigs verloren gehen. Sobald der Honig mit dem noch heißen Fett eine homogene Masse gebildet hat, diese schnell in die schon bereit gestellten Salbendosen umfüllen und abkühlen lassen.

Die richtige Winterpflege

Den sichersten Schutz vor der Kälte bieten wasserfreie Fettcremes sowie reichhaltige Lotionen auf Wasser-in-Öl-Basis, die dick aufgetragen bzw. gut einmassiert eine perfekte Barriere gegen Wind und Wetter bilden. Dabei gilt: Je fetter, desto besser. Denn das schützende Fett vermindert die Feuchtigkeitsabgabe. Cremen Sie daher alle unbedeckten Körperteile, auch die Ohren, sowie Hände und Füße ein.

Absolut tabu bei Minustemperaturen sind feuchtigkeitsspendende Lotionen, Gele oder Cremes (z. B. mit Aloe-vera-Zusatz oder auch die einfache Nivea-Creme), da sie Hautschäden wie Mikroerfrierungen und Gefäßlähmungen verursachen können. In der Apotheke und im Reformhaus erhalten Sie zahlreiche, speziell auf den Bedarf der Winterhaut zugeschnittene Produkte.

Naturkosmetik© Adobe Stock

Weitere Tipps zur richtigen Hautpflege

  • Schützen Sie Ihre Lippen mit Vaseline oder Fettstiften.
  • Verwenden Sie nur alkoholfreie Gesichtswässer.
  • Nehmen Sie die reichhaltige Nachtcreme als Tagespflege und die Tagescreme als Nachtpflege.
  • Duschen Sie nicht zu heiß und nur kurz, damit ihre Haut nicht zu viel Fett verliert.
  • Cremen Sie Ihren Körper nach dem Duschen oder Baden mit harnstoffhaltigen Emulsionen ein, die die Wasserbindungsfähigkeit der Haut erhöhen.
  • Verwenden Sie sanfte, rückfettende Seifen.
  • Baden Sie nicht öfter als zweimal pro Woche und verwenden Sie nur ölhaltige bzw. rückfettende Badezusätze.
  • Tupfen Sie den Körper nach dem Baden vorsichtig trocken, um den Schutzfilm nicht zu zerstören. Trocknen Sie sich dennoch sehr gründlich ab, besonders in Hautfalten und Zehenzwischenräumen.
  • Sorgen Sie für sieben bis acht Stunden (Schönheits-)Schlaf
  • Achten Sie auf eine ausreichende Zufuhr von Zink. Frauen brauchen pro Tag 12 mg, Männer 15 mg. Gute Zinklieferanten sind Fleisch, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, besonders Haferflocken und Goudakäse.
  • Sorgen Sie für eine ausreichende Luftfeuchtigkeit in beheizten Räumen (mindestens 50 Prozent), indem Sie Wasserbehälter aufstellen.
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