ADHS: Hände weg von Farb- und Zusatzstoffen
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell zum Thema ADHS
vom 13. Oktober 2011, 06:00 Uhr
GNL5356
Über die Ursachen des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms ADHS - einer Stoffwechselentgleisung des Gehirns - ist bislang wenig bekannt. Eine genetische Veranlagung scheint eine Rolle zu spielen. Fest steht jedoch, dass unsere hektische und hochtechnisierte Umwelt mit ihren ständigen Veränderungen das Leiden verschlimmert. Bei Kindern wird immer häufiger auch die moderne Ernährung als Risiko gebrandmarkt. Es häufen sich die Erkenntnisse, dass Zusatz- und Farbstoffe aus den modernen Nahrungsmitteln Kinder zunehmend hyperaktiv machen.
Forscher aus dem britischen Southampton untersuchten, ob chemische Zusätze im Essen die Hyperaktivität bei Kindern verstärkt. Die Dosierung der Zusatzstoffe entsprach einem täglichen Naschkonsum von etwa 112 g - also gemessen am Tageskonsum etlicher Kinder relativ wenig (etwa 250 g pro Tag). Die Ergebnisse waren dennoch eindeutig und bestätigten frühere Studien: Als Bestandteil von Süßigkeiten, Getränken und Fertigprodukten bergen künstliche Zusätze eine Risiko für starke Gemütsschwankungen, Konzentrationsschwäche, Hyperaktivität sowie allergische Reaktionen.
Dass sich diese Erkenntnisse auch auf Erwachsene beziehen lassen, liegt auf der Hand. Viele Menschen reagieren heute sehr sensibel auf alle künstlichen Zusätze in der Nahrung. Deshalb gilt als allererste Maßnahme gegen die ADHS-Symptome: Stellen Sie Ihre Ernährung um. Essen Sie so wenig vorgefertigte Speisen wie möglich und bereiten Sie sich lieber alles frisch zu. Achten Sie beim Einkauf auf die Zusatzstoffe, die auf den Etiketten ausgewiesen sind, und bevorzugen Sie Bioprodukte.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Ulrike Tack Hillebrand (13.10. 2011 06:55 Uhr):
Ich habe einmal in Alpbach einen Vortrag von Prof Hüther aus Deutschland gehört, der mit Kindern eine Therapie entwickelt hat wo er 14 Tage auf eine Alm geht und sie sich selbst versorgen müssen, er meint, das ADHS meist hervorgerufen wird aus einer zu starken Bindung mit einem Elternteil sodaß das Kind ohne diesem nicht mehr alleine entscheidungsfähig ist, daher der Almaufenthalt, mit großem Erfolg.
Antworten - Kommentar von Schwarz (13.10. 2011 08:01 Uhr):
Auch das Fehlen von Nährstoffen wird als Auslöser von ADHS diskutiert. Laut WHO sind 95% der Weltbevölkerung mit Omega-3 Fettsäuren unterversorgt. Diese essentiellen Fettsäuren finden sich in der verarbeiteten Nahrung nur noch in geringen Mengen. Besserung des ADHS wurden in Studien durch Gabe von Leinöl - welches über 50% Omega-3-Fettsäuren enthält - belegt. Freundliche Grüße
Antworten - Kommentar von Johann Stocker (06.04. 2012 10:11 Uhr):
Es schadet mit Sicherheit nicht den in der Regel ohnehin zu hohen Konsum von Süßigkeiten einzuschränken und künstlichen Farbstoffen auszuweichen. In Bezug ADHS erscheint es mir allerdings wenig zielführend. Die Symptomatik von ADS und HKS (heute:ADHS) wird bereits im "Struwwelpeter" in den Geschichten vom "Zappelphilipp" und "Hans Guck-in-die-Luft" recht trefflich beschrieben. Der "Struwwelpeter" ist allerdings deutlich vor der Zeit erschienen in der es üblich wurde Lebensmittel mit Farbzusätzen zu versehen. Das Störungsbild war also schon vorher bekannt und hat deshalb wohl wenig oder nichts mit den inkriminierten Farbstoffen zu tun. Gleichwohl ist natürlich nicht auszuschliessen, dass die Qualität von Lebensmitteln sich auf die Ausprägung von ADHS auswirken kann. Aber trotzdem: ADHS war bereits vorher da!
Antworten - Kommentar von Johann Stocker (06.04. 2012 10:40 Uhr):
Zu: Kommentat von Ulrike Tack Hillebrand: Die von Ihnen zitierte These des Prof. Hüther, der zu Folge ADHS die Folge einer Störung der Mutter-Kind-Beziehung sei ist heillos veralteter Unfug, mittlerweile lange widerlegt und hundsgemein. Viel zu lange hat dieser Unfug Müttern ein schlechtes Gewissen eingejagt, weil es tatsächlich ganz normal ist dass die mit ADHS einhergehenden Verhaltensstörungen eben auch die Beziehung zwischen Eltern und Kind empfindlich stören können. Diese Kinder sind nämlich tatsächlich sehr schwierig und bringen ein Familiengefüge öfter mal an den Rand des Scheiterns. Und dann kommt so ein Prof. Hüther daher und verkündet mehr oder weniger durch die Blume dass die Mütter daran Schuld wären - denn darauf läuft ja dieser hinterhältige Schwachsinn hinaus. Es bleibt dabei: ADHS ist nachweisbar eine Hirnstoffwechselstörung und dafür tragen weder Mutter noch Kind irgend eine Schuld. Es gibt hier keine Schuld zu verteilen. Und ein Almaufenthalt ist durchaus zu empfehlen, aber bitte ohne TV, CD-Player, Play-Station, Handy oder gar jenen Herrn Professor. Denn dass sich die Symptome auf Grund des Ausschaltens der täglichen Reizüberflutung zumindest für den Zeitraum dieses Urlaubs vermindern und damit auch die Beziehungen zwischen Eltern und Eltern-Kind verbessern liegt logisch auf der Hand. Zurückgekehrt in den vermeintlich normalen Alltag werden sie allerdings auch wieder verstärkt auftreten. Die Konsultation eines normalen Kinderarztes wird sicherlich mehr Sinn ergeben als sich altbackenen Blödsinn hin zu geben.
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