Achtung Infektionsgefahr: Die Muscheln-Saison hat begonnen
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 9. September 2008, 06:00 Uhr
GNL5356
In der vergangenen Woche gab es den Startschuss für die diesjährige Muschelsaison. Hinter der Regel, Muscheln nur in Monaten mit dem Buchstaben „R" im Namen zu essen. steckt eine alte, aber triftige Empfehlung. Die Schalentiere haben in unseren Breiten in den Monaten September bis April Saison. In den warmen Sommermonaten laichen die Muscheln, ihr Fleisch ist dann nicht so prall und aromatisch.
In den Monaten ohne „R" blühen zudem die Algen und bilden dabei Giftstoffe, die zu Muschelvergiftungen führen können. Die Giftstoffe können sich in gefährlichen Konzentrationen in den Muscheln anreichern, so dass sie zum Verzehr nicht mehr geeignet sind. Früher waren in den heißen Sommermonaten außerdem die Transport- und Lagerbedingungen nicht optimal. Bis die Muschel beim Verbraucher ankam, war sie oft schon verdorben und sorgten für schwere Lebensmittelvergiftungen. So entstand die Volksweisheit in Monaten ohne „R" keine Muscheln zu verzehren. Heute unterliegt die Muschelproduktion bei uns strengen Kontrollen und die ununterbrochene (!) Kühlkette beschert Ihnen einen gesunden Muschelgenuss.
Wenn Sie jedoch eine Reise in tropische Ausland planen, sollten Sie unbedingt daran denken, dass Ihnen der Verzehr von Muscheln in diesen Ländern zusätzlich noch eine Gelbsucht eintragen kann. Übertragen wird diese durch das Hepatitis-A-Virus, das sich in ungekochten Speisen, verunreinigtem Wasser und - eben - Muscheln tummelt! Hepatitis B und C werden vorwiegend über Blut-zu-Blut-Kontakt übertragen. Schützen können Sie sich durch eine Impfung gegen Hepatitis A.