Achten Sie darauf, dass der Doktor Sie ausreichend untersucht
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 12. November 2008, 06:00 Uhr
GNL5356
Frauen werden mit ihren Beschwerden und Veränderungen in der ärztlichen Praxis nach wie vor nicht ernst genug genommen. Bei ihnen werden automatisch eher psychische oder psychosomatische Diagnosen gestellt. Bei ihren Geschlechtsgenossen kommen die meist männlichen Ärzte dagegen eher mit "harten" medizinischen Diagnosen und geben sich auch mit der Untersuchung mehr Mühe. Ein Beispiel: Der erhöhte Blutdruck darf keine Eintagsfliege sein - der etwa nur deswegen gerade zustande kommt, weil Sie beim Arzt sitzen und aufgeregt sind. Um hier sicherzugehen, sollte Ihr Blutdruck in der Praxis mehrfach in kurzen Zeitabständen gemessen werden und durchgehend auffällig sein. Jetzt sollten Sie aufgefordert werden, auch zu Hause messen und über Ihre gemessenen Werte Protokoll zu führen. Erhärtet sich dabei der Verdacht auf Bluthochdruck, ist eine weitere Diagnostik vonnöten. Bei Frauen passiert dies viel zu selten.
Das sollte zu einer gründlichen Untersuchung dazu gehören:
- 24-Stunden-Langzeit-Blutdruckmessung
- körperliche Untersuchung
- Messung des Blutdrucks an beiden Armen und Beinen
- Laborwerte erheben (etwa Blutfettwerte, Blutzucker, Harnsäure)
- EKG (unbedingt auch ein Belastungs-EKG)
- Augenhintergrundsuntersuchung durch den Augenarzt
- Sonografie des Bauchraums
- eventuell Echokardiografie