Achten Sie auf Rückstände in Obst und Gemüse
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten zum Thema Obst und Gemüse
vom 18. September 2008, 05:00 Uhr
GNL5356
Immer wieder hören wir, dass durch die moderne Landwirtschaft der Nährstoffreichtum der Ackerböden und damit auch unserer Lebensmittel verloren geht. Obst und Gemüse seien infolgedessen arm dran, was ihre Inhaltsstoffe angeht. Diese pessimistische Ansicht stammt zumeist von notorischen Umweltnörglern und ist - so auch die Stiftung Warentest - „schlicht und ergreifend Humbug". Unter anderem wurde früher mit anderen Methoden gearbeitet, so dass frühere Werte in Tabellen einerseits nur ungenau ermittelt werden konnten und sich andererseits nicht mit den heutigen Werten eins zu eins vergleichen lassen.
Noch nie wurden so viele verschiedene und qualitativ hochwertige Nahrungsmittel angeboten, noch nie hatte der Verbraucher eine so große Auswahl, aus der er sich selbst (!) eine bunte und gesunde Mischung zusammenstellen kann, noch nie konnte er das ganze Jahr über Obst und Gemüse einkaufen. Entscheidend für die Qualität von landwirtschaftlichen Erzeugnissen sind die Sorte, der Standort und der Zeitpunkt der Ernte.
Hier nehmen Sie Einfluss, indem Sie regionales Obst und Gemüse der Saison kaufen und dabei biologisch angebaute Ware bevorzugen. Was bei der Qualität negativ zu Buche schlägt sind vor allem eine zu frühe Ernte, zu lange Transportzeiten sowie lange und falsche Lagerung. Auch ein hoher Verarbeitungsgrad wirkt sich mindernd aus - je mehr ein Nahrungsmittel industriell verarbeitet wird, umso weniger wertvoll ist es am Ende. Stutzig machen sollte es Sie übrigens auch, dass diese negative Aussage zumeist einhergeht mit der Empfehlung, der drohenden Mangelversorgung durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln wie Vitamin- und Mineralstoffpillen vorzubeugen. Dann steckt nämlich jemand dahinter, der mit Ihnen Geld verdienen will.
Wenn Sie jedoch beim Einkauf nicht aufpassen, dann haben Sie schnell Obst und Gemüse mit Rückständen im Einkaufskorb: beispielsweise spanischen Paprika (illegale Insektizide), Rucola aus Italien oder Trauben aus der Türkei (belastet durch Pestizide). Ziehen Sie deshalb auf jeden Fall Ware aus kontrolliert biologischem Anbau der herkömmlich erzeugten vor. Sie ist nachweislich zu einem hohen Prozentsatz rückstandsfrei. Bio-Bauern verzichten auf Pestizide und Kunstdünger.