Ablenkung beim Autofahren: Lassen Sie Ihre Augen auf der Straße
unseren Experten des Mayo Clinic Gesundheits-Brief in Täglich Gesund
vom 4. März 2009, 16:00 Uhr
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Wenn es um fehlende Aufmerksamkeit im Straßenverkehr geht, wird der schwarze Peter im Allgemeinen den Mobiltelefonen zugeschoben. Es stimmt zwar, dass diese allein in den USA etwa 60.000 Autounfälle pro Jahr verursachen entsprechende zuverlässige Zahlen liegen für Deutschland nicht vor). Es gibt aber noch weitere Faktoren, die vom Geschehen auf der Straße ablenken und die wesentlich häufiger zu Unfällen führen können. Essen, Lesen von Straßenkarten, Greifen nach entfernten Gegenständen oder Starren auf Dinge am Straßenrand wie Unfallszenen können mindestens ebenso oft zu Unfällen führen.
Ablenkungen und fehlende Aufmerksamkeit beim Autofahren verursachen jährlich etwa 1,2 Millionen Autounfälle in den USA - das ist ein Viertel aller Unfälle im Jahr (auch das wurde in Deutschland statistisch nicht erfasst). Außerdem sind Verkehrsunfälle die Haupttodesursache bei jüngeren Menschen. Indem Sie Ihre Konzentrationsfähigkeit beim Autofahren verbessern, können Sie Schaden von sich selbst und Ihrem Fahrzeug abwenden.
Welche Ablenkungen sind gemeint?
Die Zahl der möglichen Ablenkungen während des Autofahrens ist fast grenzenlos. Dazu gehört alles vom Rasieren bis zum In-Gedanken-Versunken- Sein.
Eine neuere Studie fand heraus, dass die Schwelle für eine Ablenkung alles umfasst, was Ihre Aufmerksamkeit für 2 Sekunden oder länger von der Straße ablenkt. Das Wegblicken erhöht die Unfallgefahr um etwa das Doppelte. Kürzeres Blickschweifen führt nur zu einer sehr schwachen Erhöhung des Unfallrisikos. Die Studie berichtete auch, dass es gut ist, wenn man nicht immer nur auf die Straße starrt. Die aufmerksamste Art des Autofahrens beinhaltet häufige Blicke auf den Tachometer, in die Rückspiegel oder auf andere Fixpunkte, mit denen man die Verkehrssituation einschätzen kann.
Fahrstudie mit 241 Teilnehmern
In einer Studie aus dem Jahr 2006 wurden 100 Autos mit Kameras ausgerüstet, die den Fahrer filmten, und Sensoren, die Unfälle oder Beinahe-Unfälle erfassten. Die Autos wurden in dem Beobachtungszeitraum von 1 Jahr von insgesamt 241 verschiedenen Personen gesteuert, die zusammen über 3,2 Millionen Kilometer fuhren. In dieser Zeit ereigneten sich 82 Zusammenstöße und 761 Beinahe-Unfälle. Nach der Analyse der Videobänder konnten die Wissenschaftler das Unfallrisiko für folgende Ablenkungen berechnen:
- Greifen nach einem beweglichen Objekt im Auto - 8faches Risiko.
- Blick auf ein Objekt am Straßenrand - 3,7faches Risiko.
- Lesen - 3,4faches Risiko.
- Schminken - 3,4faches Risiko.
- Wählen einer Telefonnummer - 2,8faches Risiko.
- Essen, greifen nach einem unbeweglichen Objekt, telefonieren - 1,5faches Risiko.
Bleiben Sie aufmerksam
Die Studie zeigte auch, dass übermüdete Fahrer in bestimmten Situationen ein 6fach erhöhtes Unfallrisiko tragen. Basierend auf diesen Ergebnissen sollten Sie besonders aufmerksam und konzentriert sein, wenn Sie ...
- ... über eine Kreuzung fahren.
- ... sich in dichtem Verkehr befinden.
- ... auf nassen oder glatten Straßen fahren.
- ... eine besonders ablenkende Stelle, wie Unfallszene oder Baustelle, passieren.
Mit zunehmendem Alter können eine Reihe von Faktoren Ihre Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Vielleicht sind Sie weniger beweglich, Ihre Reflexe sind langsamer und Hör- sowie Sehvermögen - besonders in der Nacht - lassen nach.
Diese Änderungen sind erst recht ein Grund, um Ablenkungen beim Autofahren zu vermeiden und sich auf den Verkehr zu konzentrieren.