Ab übermorgen wird alles anders!?
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 30. Dezember 2008, 05:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leserin,
lieber Leser,
fast alle Menschen nehmen sich zum Jahreswechsel vor, vom nächsten Morgen an ein besserer Mensch zu werden und ein vorzeigbareres Leben zu führen. Doch klappen tut dies bei den wenigsten. Viele stellen sogar fest, dass sie allein der Entschluss, in Kürze etwas an ihrem Leben zu ändern so glücklich macht, dass sie dann „zur Belohnung" schon gar nichts mehr ändern. Dabei fühöen sich viele Menschen in der Phase zwischen dem Entschluss und dem geplanten Datum der Umsetzung in der größten Hochstimmung - also ungefähr zum jetzigen Zeitpunkt.
Diese endet jedoch leider am Tag X, an dem Sie wieder in der Realität ankommen und merken, dass Sie mal wieder die Kurve nicht bekommen haben - also wahrscheinlich etwa übermorgen. Sie werden dann womöglich noch immer rauchen, Sie trinken gern ihr Glas Bier oder Wein, das Essen schmeckt und Ihre Turnschuhe baumeln weiterhin lustlos an der Garderobe. Viele Menschen nehmen sich einfach zu viel vor und dann auch noch das für sie Falsche zum falschen Zeitpunkt.
Etliche sind mit ihrem Leben unzufrieden, sie fühlen sich nicht ausgelastet, doch gleichzeitig erschöpft und unausgefüllt. Regelmäßig werden deshalb zum neuen Jahr die berühmt-berüchtigten guten Vorsätze gefasst. Doch oft wird Ihr „innerer Schweinehund" sofort aktiv und vermasselt Ihnen die Umsetzung. „Es sind meist die falschen Strategien, die Menschen auswählen, um sich unerwünschte Verhaltensweisen abzugewöhnen", erklärt der Psychologe Professor Volker Pudel. Wer sich zu viel vornimmt, programmiert seinen Misserfolg vor. Wer beispielsweise sagt „Ich esse in meinem ganzen Leben keine Schokolade mehr!" - kann sich bereits auf einen Mega-Rückfall gefasst machen. Ein Phänomen, das täglich tausendfach passiert: Das eine (von sich selbst) „unerlaubte" Stückchen Schokolade - vielleicht nur aus Höflichkeit der Kollegin gegenüber verzehrt - zieht mehrere Tafeln hektisch gefutterter Schokotafeln nach sich, riesige Schuldgefühle inklusive.
Der völlige Verzicht auf Dinge, die wir mögen, die uns aber im Übermaß genossen nicht gut tun, verhilft uns selten zu einem angemessenen Umgang damit. Er erfüllt uns mit Unzufriedenheit, denn er ist nicht fair uns selbst gegenüber. Besser ist es, sich flexibel an seine eigenen Gegebenheiten anzupassen und sich beispielsweise zu sagen: „Ich werde in dieser Woche nicht mehr als zwei Tafeln Schokolade naschen, diese beiden werde ich dann aber nach allen Regeln der Kunst und in aller Ruhe genießen!"
So wird Ihnen die Umsetzung Ihrer guten Vorsätze eher gelingen.
Ein gutes neues Jahr für Sie alle!
Ihr
Helmut Erb