Winterdepressive haben ein erhöhtes Schlafbedürfnis
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 10. Januar 2012, 05:00 Uhr
GNL5356
Plagen Sie in diesen Tagen Antriebslosigkeit, Energieverlust, niedergedrückte Stimmung, Schuldgefühle und Freudlosigkeit? Dann fehlt Ihnen wahrscheinlich Tageslicht und Sie leiden an einer "Saisonal Abhängigen Depression" (SAD). Im Gegensatz zu den anderen Formen der Depression, die ganzjährig gleichmäßig auftreten, geht die SAD nicht mit Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust einher, sondern im Gegenteil mit Heißhunger auf Süßes und damit gegebenenfalls auch mit dem einen oder anderen Kilo mehr. Während "richtig" Depressive oft unter Schlafstörungen leiden, plagt die SAD-Gepeinigten eher ein erhöhtes Schlafbedürfnis.
In der dunklen Jahreszeit sind beispielsweise im Gehirn mehr Serotonin-Transporter unterwegs als im Sommer, wie Forscher von der Berliner Charité beobachteten. Dahinter steckt ein Protein, das den Botenstoff Serotonin befördert. Das lässt darauf schließen, dass der Körper sich in dunklen Zeiten mehr um das Serotonin „bemüht", wenn Ihr Organismus zu wenig davon bildet. Serotonin beeinflusst Ihre Stimmung positiv. Als Folgen der hohen Transporter-Dichte benennen die Forscher Heißhunger-Attacken auf Kohlenhydrate, vermehrtes Schlafbedürfnis und Energielosigkeit.