Wie viel Fisch ist wirklich optimal?
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell zum Thema Fisch
vom 9. September 2009, 06:00 Uhr
GNL5356
volle Netze, leere Meere, Beifang fliegt als Müll wieder über Bord, die Fangflotten wetteifern um schwindende Bestände - wir rauben unsere Fischfanggründe skrupellos aus. Der Hering stand kurz vor dem Aussterben, nun sind Kabeljau und Aal bedroht. Demgegenüber steht die Empfehlung der Ernährungsexperten mindestens zweimal in der Woche Seefisch zu verspeisen - um in den Genuss der wertvollen Inhaltsstoffe zu kommen. Denn Omega-3-Fettsäuren aus Fischen gelten derzeit als das Non-plus-Ultra der Gesundheitsvorsorge.
Ihr Organismus ist darauf angewiesen, dass Sie die so genannten essentiellen Fettsäuren mit der Nahrung aufnehmen. Dazu gehören die Omega-3-Fettsäuren. Sie wirken sich vielfältig günstig auf Ihre Gesundheit aus. Die Fettsäuren sind vor allem in fettem Seefischwie Thunfisch oder Makrele, aber auch in Fleisch von Weide- und Wildtieren in größeren Mengen zu finden. In Öl finden sie sich nur in geringen Mengen - etwa in Oliven-, Walnuss- oder Leinöl.
Vor allem den Omega-3-Fettsäuren EPA (Eisosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) wurden vielfältigen positive Auswirkungen auf die Gesundheit nachgewiesen: Sie hemmen Entzündungen, erhöhen sowohl die Durchblutung im Gehirn wie auch den Serotoninspiegel, verringern die allgemeine Stressanfälligkeit und wirken der Makula-Degeneration (einer Erkrankung der Netzhaut) entgegen. Zwei Portionen Fisch pro Woche verringern nach wissenschaftlichen Studien das Risiko für Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck deutlich und normalisieren die Blutfettwerte.
Eine offiziell empfohlene Verzehrmenge für Fisch gibt es derzeit nicht. Experten geben an, dass Sie täglich 50 bis 200 g Lachs oder 100 bis 400 g Makrele am Tag essen sollten. Doch bei aller Einsicht: Wer will oder kann schon jeden Tag Fisch essen - außer vielleicht in der Fastenzeit? Er ist zudem nicht ganz billig und muss immer frisch zubereitet werden.
Mein Rat: Wenn Sie gern Fisch essen, sollten Sie das ruhig weiterhin tun. Denn die Lage auf dem Fisch-Markt verbessert sich langsam wieder. Als Verbraucher können Sie beim Einkauf selbst entscheiden, welchen Fisch Sie essen. Damit bestimmen Sie letztlich darüber, ob Bestände und Umwelt geschont werden oder nicht. Bevorzugen Sie dabei unbedingt Fisch aus ökologisch einwandfreien Bio-Zuchten. Nehmen Sie dazu zusätzlich ein Fischöl-Präparat. Die auch medizinisch anerkannte Alternative zu Fisch sind Fischöl-Kapseln aus der Apotheke (z. B. Ameu®). Hiervon werden zwischen 300 und 1.200 mg EPA und 200 und 800 mg DHA pro Tag empfohlen.
Bleiben Sie natürlich gesund!
Ihre Sylvia Schneider
ähnliche Beiträge
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Martina (09.09. 2009 10:34 Uhr):
Hallo liebes Team, wie ist das mit Leinöl?Hab gehört das hat mehr Omega 3 Fettsäuren als jeder Fisch? L.G. Berghuber M.
Antworten - Kommentar von angelika Trenkle (09.09. 2009 11:05 Uhr):
Erwähnenswert ist der kleine Fischführer, den GREENPEACE herausgebracht hat und der Auskunft gibt über Bestandslage, Umweltauswirkungen, Fangmethoden und Zuchtbedingungen unserer Speisefische. Damit hat jeder die Möglichkeit, einen Beitrag zum Erhalt unserer Fische zu leisten, indem er gezielt einkauft, bzw. verzichtet.
Antworten - Kommentar von Heinzpeter Studer (09.09. 2009 11:54 Uhr):
Was für ein Blödsinn! Die Meere werden immer leerer gefischt, die Aquakultur verfüttert zudem meist mehr Meerfische, als sie uns am Ende auf den Teller bringt – und da sollen wir häufig Fisch essen und obendrein Fischöl zu uns nehmen?! Mehr als ein- bis zweimla Fisch pro Monat gibt der Planet auf Dauer nicht her. Wem um seine Omega-3-Versorgung bange ist, der kaufe sich gefälligst Omega-3-Kapseln auf Algenbasis – denn von den Algen haben es ja auch die Fische erst her!
Antworten - Kommentar von Rosemarie Giataki (09.09. 2009 16:19 Uhr):
Ich kann mich nur zu gut daran erinnern, wie wir KInder in der Nachkriegszeit mit einem Stueck Zucker gekoedert wurden, damit wir vor dem Mittagessen einen Essloeffel Lebertran schluckten! Heute bin ich mit fast 70 noch topfit, jedenfalls im grossen und ganzen. Vielleicht hat ja der Lebertran dabei geholfen...
Antworten - Kommentar von Schaller Otmar (09.09. 2009 18:06 Uhr):
Weshalb ist Rapsöl nicht aufgeführt? Ist es nicht eines der wertvollsten Öle?
Antworten
- Kommentar von Hella Martin (13.09. 2009 08:47 Uhr):
Sie haben etwas vergessen bei der Angabe der Omega 3 Fettsaüren.Das Lein-Öl. Sie könnten wir auch die Fischbestände schonen
Antworten - Kommentar von Gerhard Heeren (24.09. 2009 12:35 Uhr):
Ich esse fast jeden Tag rohen Lachs. Ich kaue ihn so lange, bis er sich im Mund aufgelöst hat. Jede Kaubewegung ist ein Genuss.
Antworten - Kommentar von Virginia (09.11. 2009 17:36 Uhr):
Wenn n ur gefischt werden würde, was alle Menschen essen können dann würden die Meere ausreichend liefern können. Das Problem liegt darin, dass in Massen leergefischt wird, weil die Tiere auch Haustiere Fischfutter bekommen; siehe auch BSE
Antworten