Wie gut sind fertige Erkältungsmedikamente?
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 10. Dezember 2008, 06:00 Uhr
GNL5356
Was ist von Arzneien gegen Husten und Schnupfen zu halten, die frei verkäuflich in der Apotheke erhältlich sind? Das wollten Leserin Ute B. und Leser Wladimir R. wissen, nachdem ich Ihnen in den vergangenen Tagen etliche Rezepte aus der Naturmedizin vorgestellt habe. Natürlich erhalten Sie in der Apotheke die verschiedensten Fertigpräparate gegen Husten, Schnupfen und grippale Infekte. Dass sie sehr wirkungsvoll sind, steht außer Frage. Doch ob Sie diese wirklich brauchen, steht auf einem anderen Blatt. Die meisten von ihnen sind Wirkstoff-Cocktails aus Schmerzmitteln, fiebersenkenden Substanzen, Antihistaminika, aufputschenden Stoffen und Hustenkillern, die gegen verschiedene Erkältungssymptome wirksam sind. Das erhöht das Risiko von Nebenwirkungen. Einerseits putschen sie Ihren Körper auf (etwa mit Koffein oder Ephedrin) und machen Sie dann müder als zuvor, andererseits unterdrücken sie wichtige Selbstheilungmechanismen. Und das ist ja gar nicht im Sinne des Erfinders.
Die Mittel können zu Herzrasen und Blutdruckanstieg führen. Die meisten von ihnen beeinträchtigen Ihre Fahrtüchtigkeit. Oft enthalten sie Alkohol, was zu unvorhersehbaren Wechselwirkungen führen kann. Selbst wenn Sie diese Medikamente nicht ständig einnehmen, sollten Sie vorher Ihren Arzt konsultieren, wenn Sie unter Bluthochdruck, Diabetes, Schilddrüsenüberfunktion, Herzschwäche, Depressionen, Asthma und verminderter Leber- oder Nierenfunktion leiden. Verkürzen können diese Medikamente Ihre Erkältung ohnehin nicht.
Mein Rat: Bei einem grippalen Infekt sollten Sie sich eine Schwitzkur gönnen, wie ich Sie Ihnen in der vergangenen Woche beschrieben habe sowie für einige Tage mehr Ruhe und Entspannung. Wenn es möglich ist, hüten Sie ruhig für zwei, drei Tage das Bett, und schlafen Sie sich gesund! Das ist immer noch das Beste!