Was bedeutet Resistenz?
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 29. April 2009, 06:00 Uhr
GNL5356
Die Fähigkeit, gegen alle möglichen Angriffe immun zu werden, ist eine wichtige Schutzmaßnahme aller Lebewesen. Leider können auch Krankheitserreger sich auf diese Weise gegen Feinde schützen. Bakterien werden gegen ein bestimmtes Antibiotikum immun und widerstandsfähig - oder eben resistent - und können nicht mehr abgetötet werden. Das heißt, die Antibiotika kämpfen mit stumpfen Waffen. Je häufiger die Antibiotika eingesetzt werden, umso schneller entwickeln sich solche widerstandsfähigen Krankheitserreger. So trotzen heute bereits 80 Prozent der Pneumokokken (Erreger der Lungenentzündung) den Antibiotika. Sorge machen den Experten vor allem die so genannten Krankenhausinfektionen, die sich in den Intensivstationen immer mehr ausbreiten und gegen die man inzwischen praktisch machtlos ist.
Deshalb ist es so wichtig, die Erreger gleich beim ersten großen Angriff zu erledigen. Sie dürfen keine Zeit bekommen, eine Resistenz aufzubauen. Aus diesem Grund ist es auch so gefährlich eine Antibiotika-Therapie abzubrechen, wenn die Symptome der Erkrankung aufgehört haben. Denn es sind dann immer noch Krankheitserreger im Körper, die eine Resistenz entwickeln können. Zudem kann es zu einer Superinfektion kommen.
Wenn die üblichen Antibiotika nicht mehr wirken, werden so genannte "Reserveantibiotika" eingesetzt. Das sind meistens neuartige Wirksubstanzen, gegen die noch keine Resistenz entwickelt werden konnte. Doch auch diese Waffen funktionieren nicht mehr, wenn sie zu häufig eingesetzt werden. Erschwerend kommt hinzu, dass Sie mit der Nahrung Antibiotika aus der Tiermast aufnehmen, sofern Sie kein Bio-Fleisch essen. Auch in den oberen Bodenschichten lassen sich Antibiotika nachweisen. So gelangen diese in die Nahrungskette.