Warum soll der Mensch sterben, wenn Salbei im Garten wächst?
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell zum Thema Salbei
vom 22. Januar 2009, 06:00 Uhr
GNL5356
Dieser medizinische Merkspruch stammt aus der Schola salernita um 1330 und zeigt, für wie wichtig das Heilkraut Salbei auch schon vor Jahrhunderten gehalten wurde. So vielfältig können Sie Salbei anwenden:
Sobald Sie das erste Kratzen einer Erkältung im Hals spüren, sollten Sie einige frische Salbeiblätter kauen. Das ist die einfachste (allerdings auch bitterste) Anwendung gegen eine aufziehende Entzündung von Hals- und Rachenbereich.
Für einen Tee übergießen Sie 2 TL getrocknete Salbeiblätter mit kochendem Wasser, lassen dies zugedeckt zehn Minuten ziehen und seihen den Tee dann ab. Gegen Halsschmerzen gurgeln Sie alle zwei Stunden mit dem Tee.
Innerlich als Tee sollte Salbei nicht über längere Zeit angewendet werden. Zum einen lässt seine Wirkung gegen Krankheitserreger nach, zum anderen kann Salbeitee dann auch in der hohen Dosierung schädliche Folgen nach sich ziehen. Während einer Schwangerschaft sollten Sie auf Salbei verzichten, da das Kraut stark anregend auf die Gebärmutter wirkt.
Inhalationen mit Salbeitee helfen bei trockenen Nasenschleimhaut-Entzündungen - meist sogar besser als Kamille, weil Salbei nicht noch weiter austrocknend wirkt. Salbei hat überdies eine abschwellende Wirkung. Auch bei schlecht heilenden Wunden können Umschläge und Bäder mit Salbeitee Heilung bringen. Die Gerbstoffe und ätherischen Öle bilden auf Haut und Schleimhäuten eine Schutzschicht, sodass sich Krankheitserreger nicht mehr so gut ausbreiten können.
Für eine Kräftigungslösung für Ihr Zahnfleisch hacken Sie zehn frische Salbeiblätter klein und bringen 1/2 l Wasser zum Kochen. Damit überbrühen Sie die Salbeistückchen. Geben etwas Salz hinzu, seihen Sie die Flüssigkeit ab und lassen Sie abkühlen. Diesen Ansatz können Sie täglich zum Gurgeln verwenden. Sie können aber auch einen Finger hineintunken und damit Ihr Zahnfleisch massieren.
Die in Apotheken erhältliche Salbei-Tinktur (Tinctura Salviae) wirkt ebenfalls. Für Salbeibäder gibt es fertige Bademittel im Fachhandel.
Für die Küche empfehle ich Ihnen, häufiger Salbei zu verwenden - etwa in Gerichten mit Leber (z. B. Venezianische Kalbsleber) oder in Spaghetti-Saucen.