Vorsicht Diät-Falle: Fleischlose Kost macht nicht schlank
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 11. März 2009, 05:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leserin,
lieber Leser,
viele Abnehmwillige sind der Meinung, dass weniger Fleisch schlank macht. Denn Fleisch gilt wegen seines Fettgehalts als Dickmacher. Doch darüber entscheidet jedoch nicht der Fettgehalt, sondern vor allem, wie der Nährstoff in Ihrem Körper verwertet wird. In einer Studie der Universität von Pennsylvania wurden die Versuchspersonen auf die fleisch- und fettreiche Atkins-Diät gesetzt. Sie nahmen deutlich mehr ab als die Mitglieder der Kontrollgruppe, die sich mit wenig Fett und vielen komplexen Kohlenhydraten ernährten. Dass soll jetzt kein Plädoyer für diese nicht empfehlenswerte Diät-Form sein, sondern eine Warnung davor, auf die falschen Argumente reinzufallen. Wenn Sie gerne Fleisch essen, verzichten Sie nicht darauf. Denn es liefert Ihnen wertvolle Nährstoffe. Bevorzugen Sie Bio-Fleisch, am besten aus der Weidetierhaltung. Dann erhalten Sie obendrein noch eine Menge der wertvollen Omega-3-Fettsäuren. Bevorzugen Sie marmoriertes Fleisch und sparen Sie beim zusätzlichen Fett.
Fleisch wird zu Unrecht verteufelt. Wer versucht mehr oder weniger fleischlos glücklich zu werden, hat ein geringeres Sterblichkeitsrisiko, vermeldete das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) zwar anhand aktueller Studienergebnisse vor einer Weile. Doch auch das DKFZ kommt zu dem Ergebnis, dass es letztlich nicht das Fleisch ist, das den Kohl fett macht. Bei genauem Besehen belegt keine Untersuchung wirklich, dass der Genuss von Fleisch Herzinfarkte oder Krebs begünstigt beziehungsweise dick macht. Der Knackpunkt der meisten Studien ist, dass sie Äpfel mit Birnen vergleichen. So sind die meisten Fleischabstinenten Nichtraucher. Damit sind sie schon mal mehr aus dem Schussfeld von Lungenkrebs und Herzleiden. Sie leisten sich meist die besseren, weniger belasteten Nahrungsmittel aus dem Bio-Anbau. Sie bewegen sich mehr, sind allgemein schlanker und stammen aus sozial höheren Schichten. Allein dadurch steigt die Lebenserwartung deutlich. In der so genannten Vegetarier-Studie des DKFZ ist eben das interessanteste Ergebnis, dass diejenigen am gesündesten waren, die ab und an auch gerne mal Fleisch oder Fisch essen. Die Lösung lautet: Sie sollten essen, was Ihnen schmeckt, jedoch mehr auf die Qualität achten. Und wenn Sie abnehmen wollen, hilft Ihnen nur die langfristige Ernährungsumstellung mit gleichzeitig mehr Bewegung.
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Machen Sie es besser!
Ihr
Helmut Erb