Sorgen Sie für Ihr Zahnfleisch – Ihrem Herzen zuliebe
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 22. Juni 2009, 05:00 Uhr
GNL5356
Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel haben einen genetischen Zusammenhang zwischen Zahnerkrankungen und Herzleiden hergestellt. Bekannt war bislang, dass zwischen Entzündungen des Zahnfleisches, der Parodontitis, und dem Entstehen von Herzerkrankungen eine Verbindung besteht. Das Kieler Team wies nun nach, dass eine verbreitete genetische Mutation bei Menschen mit Parodontitis und Herzanfällen vorkommt.
Die Parodontitis muss sehr ernst genommen und so früh wie möglich behandelt werden. Koronare Herzerkrankungen und Parodontitis haben die gleichen Risikofaktoren - nämlich vor allem Rauchen, Diabetes und Fettsucht. Ähnlichkeiten der Bakterien der Mundhöhle und jener in den koronaren Plaques wurden bereits nachgewiesen. Wahrscheinlich lösen die bei Parodontitis auftretenden Bakterien eine Entzündungsreaktion im Körper aus, die ihrerseits zu einer Veränderung der Arterien und in späterer Folge zu Schlaganfällen und Herzinfarkten führt. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass die Bakterien die Art und Weise direkt stören, in der sich die Blutgefäße direkt erweitern. Grund dafür ist, das die Bakterien aus dem entzündeten Zahnfleisch auch in den Blutkreislauf gelangen.
Das entscheidende Gen befindet sich auf dem Chromosom 9. Die aktuelle Studie wies es bei 1.097 Herzpatienten und 151 Patienten mit der aggressivsten, früh einsetzenden Form von Parodontitis nach. Die genetische Variation war bei beiden Krankheiten identisch. Der Zusammenhang wurde auch bei weiteren 1.100 Herzpatienten und 180 Parodontitis-Patienten bestätigt. Der wichtigste Schutz vor Parodontitis ist Zähneputzen. Lesen Sie dazu den nächsten Beitrag.
Machen Sie es besser!
Ihr
Helmut Erb