So halten Sie Ihren Muskelkater unter Kontrolle
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten zum Thema Muskelkater
vom 18. Mai 2009, 05:00 Uhr
GNL5356
Diese Anfrage erreichte mich vor drei Tagen: „Nach einem harten sportlichen Erst-Training plagt mich nun ein so starker Muskelkater, dass ich kaum laufen kann. Haben Sie vielleicht einen Tipp, wie ich mit den Schmerzen umgehen kann?" Liebe Anneliese, zunächst einmal muss ich ja ein wenig mit Ihnen schimpfen. Sie haben es einfach übertrieben, obwohl ich meinen Leserinnen und Lesern immer wieder sage, Sie sollen Ihr Training langsam angehen. Sie schaden sich sonst mehr als Sie sich nützen. „Wenn‘s beim Sport nicht weh tut, dass bringt er auch nichts!" - Diese Aussage gehört ebenso in die Mottenkiste wie die Empfehlung am nächsten Tag das gleiche Pensum zu wiederholen. Heftige und ruckartige Bewegungen wie bei Tennis oder Krafttraining sollten Sie auf jeden Fall vermeiden. Sanfte Bewegung hingegen ist gut für die Muskulatur.
Muskelkater zeigt an, dass Sie zuviel des Guten getan haben. Die Überlastung der Muskeln führt zu winzigen Rissen in den Muskelfasern. Durch diese dringt Gewebeflüssigkeit ein und lässt die Fasern anschwellen lässt. Den dabei entstehenden Dehnungsschmerz bezeichnen wir als Muskelkater. Der Muskelkater tritt meist am Tag nach der ungewohnten Anstrengung auf und kann bis zu einer Woche dauern.
Haben Sie sich einen Muskelkater eingehandelt, dürfen die Muskeln nicht noch weiter belastet werden. Wohl dosierte körperliche Aktivitäten - wie leichte Gymnastik, lockeres Joggen, Spazierengehen oder Schwimmen - tun Ihren geschundenen Muskeln jetzt jedoch wohl. Auch alles, was deren Durchblutung fördert, beschleunigt den Heilungsprozess. Dazu zählen warme Bäder mit Kräuterzusatz, heiß-kalte Wechselduschen, Saunagänge und durchblutungsfördernde Salben.
Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Muskelkater durch unerwünschte Stoffwechselprodukte wie Milchsäure hervorgerufen wird. Tatsächlich wird Milchsäure bei körperlicher Belastung in großen Mengen gebildet. Doch die Schmerzen werden - wie gesagt - ausgelöst durch die feinen Risse in den Muskelfasern.