Pharmaindustrie unterwandert Selbsthilfegruppen
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 9. Dezember 2009, 06:00 Uhr
GNL5356
ermutigt durch Ihre vielen zustimmenden Zuschriften zum Thema „Pharmagemauschel" will ich in dieser Woche noch einmal ein heißes Eisen anfassen. Womöglich sind Sie auch davon betroffen, weil Sie mit einer der meist so segensreichen Selbsthilfegruppen verbunden sind. Diese galten bislang als unabhängige, unbestechliche und starke Initiativen, die sich für die Belange ihrer Mitglieder einsetzen. Doch zunehmend lassen sie sich von pharmazeutischen Unternehmen sponsern und in deren PR-Programme für neue Therapien einbinden. Das ist ein zweischneidiges Schwert - denn einerseits könnten viele Gruppen ohne dies finanziell nicht überleben, andererseits zahlen sie mit dem Verlust ihrer Unabhängigkeit.
Mehr und mehr vertreten die Selbsthilfegruppen die Belange ihrer Mitglieder nach außen, mischen in der Gesundheitspolitik mit, verhandeln mit der Pharmaindustrie über Behandlungsprogramme und Arzneimittelversorgung. Auch in der Forschung reden sie inzwischen immer öfter ein Wörtchen mit. Sie beschaffen freiwillige Versuchspersonen für Tests mit neuen Medikamenten, kommentieren klinische Studien, empfehlen bestimmte Präparate.
Im Gegenzug zückt die Pharmaindustrie ihr Portemonnaie, wenn es um die Aktivitäten der Selbsthilfegruppen geht. Diese nehmen die Unterstützung gern an, denn sie sind zwar hoch anerkannt, doch meist fehlt ihnen das Geld, um wirklich unabhängig zu sein. Auf staatliche Förderung oder Unterstützung durch die Krankenkassen ist nicht in dem Ausmaß zu hoffen, wie den Selbsthilfegruppen heute Aufmerksamkeit gezollt wird. Ihr ursprüngliches Anliegen war der kritische Umgang mit der Pharmaindustrie sowie der Versuch, ihre Mitglieder vor Unheil durch Pillen und Therapien zu schützen. Inzwischen hängen die meisten Selbsthilfegruppen am Tropf von Unternehmen, den sie eigentlich auf die Finger schauen wollten - oft genug auch in dem Vorsatz, damit etwas Gutes zu bewirken.
Doch wer sagt Ihnen so etwas schon - außer uns? Bei uns finden Sie unabhängie Informationen und kritische Stellungnahmen. Als Chefredakteurin unseres monatlichen Informationsdienstes "Gesundheit für Frauen" habe ich mir gnadenlose Aufklärung für meine Leserinnen auf die Fahnen geschrieben. Gerade auch im Falle der Selbsthilfegruppen sind Frauen besonders gefährdet - etwa von den durch die Industrie selbst gegründeten Selbsthilfegruppen für brustkrebskranke Frauen. Lesen Sie "Gesundheit für Frauen" und lassen Sie sich von mir darüber aufklären, wie Frauen verschaukelt werden. Lernen Sie mein "Gesundheit für Frauen" kennen, klicken Sie hier!
Bleiben Sie natürlich gesund!
Ihre Sylvia Schneider
ähnliche Beiträge
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von helmut haluzan (09.12. 2009 07:57 Uhr):
Personen wie Sie brauchen wir unbedingt , wenn man das gesamte Szenario weltweit sieht , kann man Ihnen nicht oft genug DANKEN. Bitte weiter so. Alles LIEBE
Antworten - Kommentar von katerkarl (09.12. 2009 09:48 Uhr):
Ich bin ein wenig über Ihren Beitrag überrascht. Zu mal man sicher nicht diesen Verdacht auf alle Gruppen gleich beziehen kann. Eine Shg. sollte unabhängig arbeiten und durch Erfahrungen und ein Miteinander funktionieren. Ich kann Ihren Beitrag nicht für meine Gruppe nachvollziehen. Mich interessiert aber dieses Thema sehr. Ich würde mich über weitere Informationen freuen. MfG.
Antworten - Kommentar von Horst Pohl (09.12. 2009 10:22 Uhr):
Ich bin wie dieser Ansicht. Unser wöchentlicher Lesekreis lässt sich nicht unterwandern, weil wir unabhängig sind. Ihnen noch viel Erfolg in Ihrem Bemühen. Mfg Horst Pohl
Antworten - Kommentar von Barbara Boot (10.12. 2009 14:06 Uhr):
Ich stimme ihrem Beitrag zu. Die Pharma unterwandert auch schon Universitäten und die Studenten und so auch die Selbsthifegruppen. Da Ärzte nicht mit Heilpraktikern zusammenarbeiten dürfen, offiziell, wird hier mit der Angst das Geschäft gemacht. Ein sehr interessante Buch kann ich hier nur empfehlen und jedem werden die Augen aufgehen: Ein medizinischer Insider packt aus. Die Pharma hat jetzt wieder bewiesen wie weit sie die Organisationen der WHO und der Politik im Griff hat. Die Kampagne schreit ja schon zum Himmel. Aber jeder einzelen ist gefordert und muss Verantwortung übernehmen für sich. Hinter jeder Erkrankung steckt eine Ursache. Zum Kern der Ursache zu gehen bedeutet Mut, sich seinen inneren verstecken emotionalen alten Schmerz anzuschauen und zuzulassen, um ihn dann loslassen zu können. Es ist ein Weg, den jeder individuell gehen muss. Tabletten, Medikamente sind vielleicht einfach und schnell geschluckt. Seinen eigenen Weg zu gehen, der ihn zur inneren Freiheit führt, zu seinem Wachstum und zur Entwicklung der persönlichen Poteniale, damit eine Neue Ordnung wieder entstehen kann innerhalb und ausser dieses Individuums, braucht es Mut, Willen die Bereitschaft und die Motivation die Verantwortung für das Gelingen zu übernehmen. Tue ich dies nicht, bleibe ich in der Hilflosigkeit, in der Ohnmacht, bleibt derjenige im Trauma seiner Krankheit seines Symptoms gefangen. Ich wünsche allen Mut hier neue Wege zu gehen. Aus der Pathogenese in die Salutogenese. Mit freundlichen Gruß von MSc Barbara Boot
Antworten