Leseranfrage: Wie schaffe ich das “Weg von der Flasche” ?

in Naturmedizin aktuell
vom


Die Chancen, den Absprung aus der Alkoholabhängigkeit zu schaffen, sind heute besser, als Sie vielleicht vermuten. Allerdings: Heilbar ist die Alkoholsucht nach wie vor nicht. Ein kontrollierter Umgang mit dem Alkohol wird Ihnen ziemlich sicher nicht gelingen. Doch setzt man heute die Ziele weniger strikt als früher. Manchmal gilt es schon als Fortschritt, wenn es längere Phasen der Trockenheit gibt. Rückfälle müssen nicht zwangsläufig ein Misserfolg sein, wenn danach sofort wieder die Notbremse gezogen wird. Das kontrollierte Trinken ist wissenschaftlich zwar nach wie vor umstritten. Doch hilft es denjenigen, die sich zunächst gar nicht vom Alkohol trennen können. Für viele ist dies immerhin der Anfang vom Ausstieg.

Es gibt verschiedene Behandlungsansätze für Alkoholiker. Als am wirksamsten hat sich eine Kombination von Methoden erwiesen, die auf den jeweiligen Menschen zugeschnitten ist. Man unterscheidet zwischen Frühintervention, dem akuten Entzug und der anschließenden Rehhabilitationsbehandlung.

  • Frühintervention:  Hier ist meist der Hausarzt gefordert, aber auch der Arbeitgeber beziehungsweise der Sozialdienst des Unternehmens. Der Betroffene soll auf seinen Konsum angesprochen werden. Schon wenn der Arzt sich ausführlich mit seinem Patienten unterhält, können mehr als die Hälfte der Alkoholiker dazu bewegt werden, weniger zu trinken.
  • Entzug: Ein Entzug sollte niemals abrupt erfolgen, sondern schrittweise. Das kann ambulant, teilstationär oder stationär passieren - je nachdem wie der Betroffene "gestrickt" ist, in welchem Umfeld er lebt und wie weit fortgeschritten die Sucht ist. Unterstützt werden kann der Entzug durch Medikamente wie Clomethiazol und Benzodiazepine, die jedoch selbst abhängig machen können. In leichteren Fällen kommen Clonidin, Tiaprid und Carbamazepin zum Zuge.
  • Rehabilitation: Nun ist eine psychotherapeutische Behandlung sinnvoll, damit auch die Seele "hinterherkommt". Bewährt hat sich hier die Verhaltenstherapie, in der Sie erarbeiten, welche Bedingungen bei Ihnen Auslöser der Sucht sein können und was Sie mit der Sucht für sich eigentlich erreichen wollten. Daraus können Sie selbst alternative Lösungen entwickeln

von
Sylvia Schneider

Erfahren Sie hier mehr zu Sylvia Schneider - aus dem Redaktionsteam von FID Gesundheitswissen.

 
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Kommentar von Ilka Kühn

Es gibt noch eine andere Möglichkeit und ich kenne viele, die durch sie ein neues Leben erhalten konnten: www.cenacolo.de da findet man weitere Hinweise.

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Kommentar von Dita

Was ich von der natütlichen Gesundheit her weiß, ist, daß Obst nur auf nüchternen Magen gegessen werden darf - als Nachspeise vergärt das Obst und diese Menge Alkohol reicht, um einen Süchtigen zur Flasche greifen zu lassen! Wer Obstkuchen ißt, hat eine kleine Schnapsfabrik im Bauch!!!!

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Kommentar von Isolde Fiedler

Kontrolliertes Trinken ist bei einem aktiven Alkoholiker so gut wie unmöglich. Auch nicht ein stückchenweiser oder schlückchenweiser Entzug!!! 1. Schritt: Wenn der Betroffene gewillt ist, das ist bei jeder Vorgehensweise Voraussetzung;sollten in erster Linie Familie oder Freunde ihn oder sie mit in jeder Stadt ansässigen Selbsthilfegruppe in Kontakt bringen wie z.B. Anonyme Alkoholiker o.ä. Wichtig wäre auch für Angehörige dieser parallel laufende Kontakt! Regelmäßige Besuche bzw.Teilnahme bei einer der Selbsthilfegruppen und ggf. eine Therapie in einer Fachklinik kann der Weg zu einem trockenen Leben sein!

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Kommentar von Elke

immer, wenn ich lese kontrolliert trinken, stellen sich mir die Nackenhaare, da so Sucht nicht beizukommen ist, hier hilft ausschließlich der völlige Verzicht und nach stationärem Entzug ist es sehr ratsam Selbsthifegruppen aufzusuchen, denn nichts ist so heilsam als sich in anderen wiederzuerkennen und gemeinsam zu genesen. Alles rumlavieren bedeutet letztendlich, dass der Tiefpunkt noch nicht erreicht ist - vielleicht bedeutet das noch ein paar weitere Jahre Saufen, Jammern, Katastophen,...trocken werden heißt: das erste Glas stehen lassen!!!

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