Kinder berufstätiger Mütter sind nicht fit genug
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 1. Oktober 2009, 05:00 Uhr
GNL5356
Kinder mit arbeitenden Müttern sind nicht so gesund wie die von Müttern, die zu Hause sind. Das las ich gestern in einer Zeitung im Wartezimmer meines Arztes. Nun ist man gleich versucht zu denken, da soll wieder ein Keil zwischen berufstätige Müttern und die berühmten „Nur-Hausfrauen" getrieben werden. Doch so ganz unlogisch ist der Schluss nicht, zu dem Wissenschaftler des Instituts für Kindergesundheit (Institute of Child Health) in London kommen - zumal ihre Zahlen für sich sprechen. Die Kinder berufstätiger Mütter seien weniger aktiv und würden eher ungesundes Essen zu sich nehmen, sagen sie. Das Team um Catherine Law wertete die Daten von mehr als 12.500 Fünfjährigen aus.
Rund 60 Prozent der britischen Mütter mit Kindern bis fünf Jahren arbeiten. Die Mütter wurden nach ihren Arbeitszeiten und der Ernährung ihrer Kinder, ihrer Sportlichkeit und ihren sitzenden Aktivitäten befragt. Ein Drittel der Mütter hatte seit der Geburt ihres Kindes nicht mehr gearbeitet. Die berufstätigen Frauen arbeiteten im Schnitt 21 Stunden pro Woche. Faktoren wie Bildungsgrad und sozioökonomische Lage wurden ebenfalls berücksichtigt.
Fünfjährige, deren Mütter Teilzeit oder Vollzeit arbeiteten, nahmen zwischen den Mahlzeiten eher gesüßte Getränke zu sich. Sie nutzten den Computer oder sahen täglich mindestens zwei Stunden fern. Kinder von nicht berufstätigen Müttern verbrachten weniger Zeit mit derartigen Aktivitäten. Berufstätige Mütter brachten ihre Kinder auch eher mit dem Auto zur Schule. Nichtberufstätige Frauen gingen eher zu Fuß oder fuhren mit dem Rad. Die Kinder von Frauen mit flexiblen Arbeitszeiten lebten gesünder. Logischerweise können zeitliche Belastungen die Möglichkeiten der Eltern stark einschränken, ihre Kinder gesund zu ernähren und ausreichend Sportangebote zu machen, beziehungsweise ausreichend mit ihnen herumzutoben und herauszugehen.
Die Wissenschaftlerin betonte allerdings auch, dass diese Forschungsergebnisse nicht bedeuten, dass Frauen nicht arbeiten sollten. Vielmehr werde dadurch die Notwendigkeit sichtbar, entsprechende politische Rahmenbedingungen und Programme zur Unterstützung der arbeitenden Eltern zu schaffen - der Fitness ihrer Kinder zuliebe.
Machen Sie es besser!
Ihr
Helmut Erb
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Tanja Dunkel (01.10. 2009 09:19 Uhr):
Sehr geehrter Herr Erb, wenn ich solche Beiträge lese könnte ich an die Decke gehen. Es handelt sich hier um eine Studie über 5-jährige. Das Ergebnis könnte man so verstehen, dass diese Kinder alleine zu Hause sind und deshalb mehr Fernsehen oder sich ungesund ernähren, weil sich niemand kümmert. Aber ich denke, dass auch in England so kleine Kinder nicht alleine zu Hause sind. Somit ist es also immer eine Frage der Betreuung, ob bei Großeltern, Tagesmüttern, im Hort oder bei der leiblichen Mutter und der Einstellung zu den Themen Erziehung und Ernährung. Ich kenne auch Mütter die zu Hause bei ihren Kindern sind und diese dennoch den ganzen Tag vor dem Fernseher hängen etc. Ich selbst bin immer Vollzeit berufstätig gewesen, alleinerziehend und habe meine Tochter von Tagesmüttern betreuen lassen, die sich entsprechenden nach meinen Vorstellungen gerichtet haben. Dies hat bislang wunderbar und in meinem Sinne funktioniert. Desweiteren bin ich sehr wohl der Meinung, dass man hier wieder einmal versucht, den Müttern ein schlechtes Gewissen einzureden. Diese Studie passt ganz hervorragend in die Zeit und die wirtschaftliche Situation. Frauen, bleibt zu Hause am Herd und nehmt den Männern nicht die Arbeitsplätze weg! Herzliche Grüße Tanja Dunkel
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