Grapefruit mag Ihre Pillen nicht
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 23. März 2009, 05:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leserin,
lieber Leser,
die meisten Medikamente werden morgens beim Frühstück mit Saft, Milch und Kaffee hinab gespült. Doch seien Sie gewarnt: Wenn Sie Pillen einnehmen müssen, schlucken Sie nicht einfach mit irgendwas herunter. Denn Getränke und Lebensmittel können die Wirkung Ihrer Arzneien beeinflussen und unter Umständen negative Wechselwirkungen mit ihnen eingehen. Vor allem Grapefruitsaft ist in dieser Hinsicht ein übler Begleiter.
Er hemmt den Abbau von Arzneistoffen in der Leber, steigert so die Wirkstoffkonzentration im Blut und verstärkt damit die Wirkung eines Medikaments. So kann es zu folgenschweren Überdosierungen kommen. Diese Arzneimittel mag Grapefruitsaft gar nicht: Antiallergika, Blutdruck- und Cholesterinsenker und Potenzmittel. Wenn Sie Grapefruitsaft getrunken haben, sollten Sie sich etwa vier Stunden Zeit lassen, bis Sie Ihre Medikamente einnehmen. Bei Säften aus anderen Zitrusfrüchten konnten diese Auswirkungen bislang nicht festgestellt werden.
Diese Pillen sollten Sie nicht mit Milch einnehmen: Antibiotika, Osteoporosemedikamente und Eisenpräparate. Das Kalzium in der Milch kann sich mit verschiedenen Wirkstoffen zusammentun und in einen unlöslichen Zustand übergehen. Auch Kaffee und Tee behindern die Aufnahme bestimmter Medikamente. Mit Wasser gehen Sie keinerlei Risiko ein.
Nehmen Sie Stimmungsaufheller ein, machen Sie einen Bogen um eiweißreiche und lange gelagerte Speisen. Denn diese können einen Bluthochdruck auslösen. Auch Salami, Sauerkraut, Käse, weiße Bohnen, Salzheringe, Kaviar und Rotwein stehen in diesem Fall auf Ihrer Tabu-Liste. Wenn Sie einen Blutverdünner einnehmen müssen, seien Sie vorsichtig mit Vitamin-K-haltigen Lebensmitteln wie Brokkoli, Blumenkohl, Rosenkohl, Rucola, Kopfsalat, Spargel, Spinat, Bohnen, Erbsen und Leber.
Machen Sie es besser!
Ihr
Helmut Erb