Goldrute, Katzenbart, Birke sind Gold wert für Ihre Blase
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 18. Februar 2009, 06:00 Uhr
GNL5356
In der modernen Naturheiltherapie der Blasenentzündung kommen neben Brennnessel- und Bärentraubenblättern diese bewährten Heilpflanzen zum Einsatz. Das Kraut der Goldrute findet seit dem Mittelalter Verwendung in der Behandlung von Blasen- und Nierenerkrankungen, bei Hautleiden und zur Wundheilung. Im 20. Jahrhundert konnten systematische Untersuchungen von Tinkturen aus Goldrutenkraut die Beobachtungen der Erfahrungsheilkunde bestätigen. Goldrutenkraut treibt die Wasserausscheidung des Körpers an, löst die bei Blasenentzündung regelhafte Verkrampfung der Muskulatur, hemmt entzündliche Prozesse und wirkt der Vermehrung von Bakterien in den ableitenden Harnwegen entgegen.
Der Halbstrauch des Katzenbartes ist in Südostasien, Australien und im tropischen Amerika beheimatet. In Europa kennt man die Pflanze erst seit 1972. Katzenbart (Orthosiphonblätter) wirkt harntreibend und schwach krampflösend. Die Hängebirke (Betula pendula) und die Moorbirke (Betula pubescens) sind wie die Brennnessel Klassiker bei der Behandlung von Blasenleiden. Chinesen entdeckten die heilende Wirkung von Birkenblättern bereits vor über tausend Jahren. Zwei Jahrhunderte später beschrieb Hildegard von Bingen auch in Europa die Effekte der Birkengewächse (Betulaceae) für die Gesundheit. Im 13. und 14. Jahrhundert galt Heilkundigen der Birkensaft als Mittel gegen Nierensteine und Leberbeschwerden. Im 16. Jahrhundert gelang der Pflanze der Einzug in beinahe alle Kräuter- und Heilpflanzenbücher - zur Behandlung von Nieren- und Blasenkrankheiten.
Ein Tee aus Birkenblättern regt die Wasserausscheidung an. Birkenblätter werden in der Volksheilkunde im Rahmen von Frühjahrskuren eingesetzt, zur Blutreinigung sowie äußerlich bei Haarausfall, Schuppenbildung und Hautausschlag.