Gefährlicher Durchfall: Erhöhte Aufmerksamkeit, aber bloß keine Panik
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell zum Thema Durchfall
vom 27. Mai 2011, 06:00 Uhr
GNL5356
der Anstieg der von dem so genannten EHEC-Bakterium ausgelösten gefährlichen Durchfallerkrankungen vor allem in Norddeutschland beunruhigt die Gemüter - bis gestern wurden aktuell über 600 schwere Fälle und 4 Todesopfer gemeldet. Als mutmaßliche Ursache gilt Rohkost beziehungswiese infiziertes rohes Obst und Gemüse. Die Folgen einer Infektion mit dem enterohämorrhagischen Escherichia coli (EHEC) können der Zerfall der roten Blutkörperchen, ein Mangel an Blutplättchen sowie ein akutes Nierenversagen sein. Zur Behandlung dieser schweren Erkrankung stehen den Ärzten äußerst wenige Möglichkeiten zur Verfügung. In diesem Fall wirken Antibiotika verschlimmernd. Experten schätzen jedoch, dass diese Welle in 6 bis 8 Wochen wieder abebbt und Hysterie unangebracht is, obwohl die Ursache der rasanten Ausbreitung des gefürchteten Krankheitskeimes bislang noch nicht wirklich bekannt ist.
Das Robert-Koch-Institut (RKI) rät dennoch dazu, so lange den Genuss von rohen Tomaten, grünen Gurken und grünem Salat zunächst einzuschränken und in der Küche auf eine gründliche Hygiene sowie das regelmäßige Händewaschen zu achten. Beim Garen stirbt der Keim ab. Insbesondere warnt das RKI aktuell vor dem Verzehr von Blattsalaten, Salatgurken und rohen Tomaten aus Norddeutschland. Was aber an sich unmöglich ist, denn bei uns in Norddeutschland sind diese Gemüse überhaupt noch nicht verzehrsreif. Sie müssten folglich aus dem Treibhausanbau oder aus dem Import stammen.
EHEC kommen normalerweise in rohen Lebensmitteln vor wie Fleisch oder Milch und Milchprodukten. Bei dieser Infektionswelle richtet sich der Fokus eher auf rohes Obst und Gemüse. Da Frauen mehr Obst, Gemüse und Salate essen und den Großteil der Vegetarier stellen, sind sie von der Infektion wesentlich häufiger betroffen, glauben die Experten. Und das ist ungewöhnlich, denn in der Regel sind Kinder unter fünf Jahren besonders häufig von schwer verlaufenden EHEC-Erkrankungen mit blutigem Durchfall oder Komplikationen wie Anämie oderNierenversagen betroffen. Eine EHEC-Infektion zeigt sich als oft blutiger, meist wässriger Durchfall. Begleitsymptome sind Übelkeit, Erbrechen und zunehmende Bauchschmerzen, seltener Fieber. Bei 10 bis 20 Prozent der Erkrankten entwickelt sich als schwere Verlaufsform ein Durchfall mit krampfartigen Bauchschmerzen, blutigem Stuhl und teilweise Fieber. Die Infektion kann aber auch ohne Beschwerden verlaufen und somit unerkannt bleiben. Wenn Sie sich infiziert haben, sind Sie etwa 5 bis 10 Tage selbst hochansteckend.
Nach den jüngsten Informationen des RKI, das federführend bei der Aufklärung der Ausbreitung der Infektion ist, konnte noch kein konkretes Lebensmittel als Infektionsquelle identifiziert werden. In einer noch nicht belastbaren Studie aus Hamburg wurden die Bakterien an Salatgurken gefunden, eine davon war eine Bio-Gurke, andere stammten aus Spanien. Proben aus Norddeutschland brachten keinerlei Hinweise, so die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen von Obst und Gemüse.
Über das Darmbakterium EHEC können Sie sich bundesweit in Apotheken informieren. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ABDA und verschiedene Apothekerkammern haben beriets ein entsprechendes Infoblatt für ihre Kunden vorbereitet. Sie können es auch im Internet unter www.abda.de abrufen.
Wenn Sie bei sich einen blutigen Durchfall feststellen, sollten Sie möglichst schnell einen Arzt aufsuchen, damit er feststellen kann, was Ihnen fehlt. Ansonsten rate ich Ihnen, nicht vorschnell in Panik zu verfallen.
Bleiben Sie natürlich gesund!
Ihre Sylvia Schneider
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Hans Ackermann Changsha PRChina (27.05. 2011 07:47 Uhr):
Wenn in Norddeutschland das Gemüse noch nicht verzehrsreif ist, kann es doch als Quelle nicht herangezogen werden. Warum verstärkt man nicht die Kontrolle der importierten Waren? Wie Ihr Beispiel zeigt, waren die befallenen Gurken aus Spanien!
Antworten - Kommentar von Agnes (27.05. 2011 09:47 Uhr):
Artikel dieses Inhalts schwirren hundertfach durchs Netz. Wozu noch ein weiterer? Interessanter und auch hilfreicher wäre gewesen, über Möglichkeiten der Erhöhung der körpereigenen Abwehr gegen EHEC zu berichten, darüber, wie Infizierte selbst dazu beitragen können, die Infektion zu bekämpfen. Das ist es doch, was die Menschen bewegt: Was ist zu tun, wenn man sich infiziert hat! Da ist der Hinweis, schnellstens zum Arzt zu gehen, der ja erwiesenerweise nicht viele Therapiemöglichkeiten hat, doch eher lahm.
Antworten - Kommentar von Böhme (27.05. 2011 10:45 Uhr):
Nach dem gestrigen Kenntnisstand eine umfassende Meldung. Mittlerweile weiß man ja anscheinend wenigstens, woher der Erreger kommt: Almeria ??? Was natürlich nicht angeschnitten wird und was anscheinend auch die Fachwelt nicht recht weiß: Wie geht denn der mit derartigen Symptomen Erkrankte nun mit sihc um? Den Arzt aufsuchen, schreiben Sie - und was sagt der Arzt? Der hat doch anscheinend auch erstmal keine Ahnung, und wie Sie schreiben, sind Antibiotika unwirksam. Also: Was macht der geneigte Leser? Gruß UBöhme
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