Erlauben Sie sich kleine Fluchten
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell zum Thema Naturheilkunde
vom 30. Dezember 2008, 06:00 Uhr
GNL5223
Die kleinen Sünden des Alltags haben nicht nur psychologisch, sondern auch entwicklungsgeschichtlich gesehen ihren Sinn, sagt die Forschung: Wenn Sie Ihre Sinne mit wohlschmeckenden Speisen füttern, werden in Ihrem Gehirn bestimmte Belohnungs- und Lustzentren angeregt. Alles, was Sie zum Überleben brauchen, ist an diese Zentren gekoppelt - Essen, Trinken, Sexualität. Auch Ihre kleinen Laster schlagen hier zu Buche.
Der Genuss von schönen Dingen - einer duftenden Mahlzeit, einem Glas schönen Wein, einem Stückchen Schokolade - ist für viele Menschen ein wichtiges Pendant zur Hektik der anstrengenden Informationsgesellschaft. Sie tanken mit dieser Belohnung Kraft, um wachsendem Stress besser begegnen zu können. Die kleinen Sünden helfen Ihnen, Leistungsdruck zu vermindern. Sie heben Ihre Stimmung, wenn Sie mal „durchhängen". Sie entspannen und bereichern die Stunden, die Sie gemeinsam mit anderen verbringen. Und sie lassen auch einmal Kummer und Sorgen vergessen, zumindest kurzfristig.
Die kleinen Fluchten verschaffen Ihnen Lustgefühle, die Sie brauchen, um gesund zu bleiben. Damit stabilisiert sich auch Ihr Immunsystem. Die Fachzeitschrift „Psychologie heute" analysierte vor einer Weile sogar: „Auch wenn es frivol in den Ohren der Gesundheitserzieher klingen mag: Viele Alltagsdrogen wie Kaffee oder Tee haben eine präventive Wirkung, weil sie den Menschen kleine Inseln der Entspannung und des Lebensgenusses bieten, aber ihnen auch ermöglichen, dem Leistungsdruck und dem Stress standzuhalten, dem sie ausgesetzt sind."
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