Artischocke hilft Ihrer strapazierten Leber
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 25. Februar 2009, 05:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leserin,
lieber Leser,
wer den Schaden hat, braucht bekanntlich für den Spott nicht zu sorgen. Deswegen möchte Ihnen am heutigen Aschermittwoch ein bewährtes Mittel für eine strapazierte Leber vorstellen: die Artischocke. Denn sie ist nicht nur eine Delikatesse, sie bietet Ihrem Verdauungssystem einen wichtigen Schutz. Die Artischocke gehört zu den Disteln, Ihre kräftigen Blätter sind entsprechend stachelig. Artischocken sind reich an Vitaminen - etwa Vitamin C, Vitamin E, Betakarotin und verschiedene Vitamine aus der B-Gruppe. Dazu bringen sie vor allem viele wichtige Mineralien und Spurenelemente mit. In 100 g gekochter Artischocke befinden sich etwa 350 mg Kalium - etwa ein Zehntel Ihres Tagesbedarfs. Auch der Anteil an Kalzium und Magnesium ist relativ hoch. Kalzium ist ein wichtiger Baustein Ihrer Knochen. Magnesium macht Sie weniger anfällig gegen Stress, lässt Sie nervliche Belastungen besser vertragen. Besonders hoch ist der Eisengehalt der Distelpflanze. Die Spurenelemente Kupfer und Mangan sind ebenfalls mit von der Partie.
Der Bitterstoff der Artischocke ist das Cynarin. Dieses regt den Appetit an, fördert den Gallefluss und die Verdauung. Das Cynarin ist der Grundstoff des Magenbitters Cynar, der in Frankreich und Italien gern als Aperitif getrunken wird. Die größte Heilkraft der Artischocke sitzt vor allem in den Laubblättern. Extrakte aus Artischockenblättern regen die Gallenabsonderung an und helfen auf diese Weise gegen viele Beschwerden, die mit dem Verdauungstrakt zu tun haben: Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl, Blähungen und Bauchschmerzen. Vor allem aber schützen sie die Leber und entgiften den Organismus. Der Extrakt regt die Bildung der Gallensäure an und erleichtert damit die Fettverdauung. Entsprechende Fertigarzneimittel erhalten Sie in der Apotheke.
Bei uns gab es gestern Artischocken-Carpaccio, eines meiner Lieblingsgerichte. Dazu brauchen Sie ganz kleine junge französische oder italienische Artischocken, die es derzeit aus der frischen Ernte auf dem Markt gibt. Diese können Sie roh essen. Sie haben ein leichtes Nussaroma. Meine Frau bereitet sie so zu: Artischocken putzen, bis Sie den Boden herausgeschält haben. Den Boden in ganz feine Scheibchen aufschneiden und rasch (sonst laufen die Artischocken braun an) mit einer Vinaigrette aus Zitrone, Meersalz und gutem Olivenöl übergießen. Etwas frischen Pfeffer aus der Mühle darüber geben sowie noch einige dünne Scheiben oder Bröckchen von einem alten Parmesan. Das ist eine Köstlichkeit und eine Apotheke dazu.
Machen Sie es besser!
Ihr
Helmut Erb